Criolla Sella - ich habe schon hunderte Früchte gezählt
und es werden trotz eifriger Ernte immer mehr
Als ich vor 12 Jahren anfing, auf meiner kleinen Dachterrasse Chilies anzupflanzen, war der heutige Chiliboom noch nicht absehbar. Meine ersten Pflänzchen kaufte ich bei einer Marktfrau, die aus Chilisamen, die sie von ihren Kunden geschenkt bekam, namenlose Chilies züchtete. So hat meine Chililiebe angefangen. Mit namenlosen Chilies war ich schnell nicht mehr zufrieden. Ich entdeckte die ersten Online-Quellen für Chilisamen, schenkte der Marktfrau Samen und sie verkaufte dann die Pflänzchen. Meine ersten selbst aufgezogene Habaneros, Piment d'Espelettes, Jalapenos, Bishops Crowns - das waren schön-scharfe Erfahrungen, über die ich auch im Küchentanz oft berichtet habe: Chilisaucen, selbstgemachtes Piment d'Eline, gefüllte Poblanos, grüne Thai-Currypasten - das alles ist aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken.
als die Marktfrau in Pension ging, fing ich mit der Anzucht an. Jetzt bade ich Ende Jänner Chilisamen in lauwarmen Kamillentee, habe ein Mini-Gewächshaus mit Heizdecke für sie, freue mich, wenn die zarten Pflänzchen nach Ausflügen in den noch etwas rauhen Frühlingswind besonders viele Wurzeln bekommen. Freunde und Verwandte werden mit Pflänzchen "beglückt", ob sie wollen oder nicht, denn ich züchte immer zu viele.
Jetzt im August ist es auf der Terrasse besonders schön, ich komme kaum zum Lesen, denn ich schau mir oft meine Chilies an, wie schnell sie von Grün auf Rot, Gelb oder Orange umfärben, wie sie unermüdlich Blüten ansetzen und oft schon 2 Tage später winzige Früchtchen zu sehen sind.

Dieses Jahr ist ein sehr gutes Chili-Jahr. Besonders begeistert bin ich von der Criolla Sella (Capsicum Baccatum), die ich für mich "Fleissiges Lieschen" nenne. Denn so eine Produktivität, wie dieser schöne Strauch an den Tag legt, habe ich noch bei keiner Chiliart erlebt. Noch dazu sieht der Strauch nicht nur gut aus, sondern die Früchtge schmecken auch noch vorzüglich. Sie sind mittelscharf, mit Duft nach tropischen Früchten und nach Zitrone. Man kann sie frisch in Salaten und Saucen verwenden. Da sie dünnschalig sind, lassen sie sich auch gut trocknen oder einfrieren. Heute abend mache ich eine gelbe Chilipaste für ein Thai-Gemüsecurry daraus.
Meine Chili des Jahres

Wunderbar äh wunderscharf. Ich habe bis jetzt nur "normale" Peperoncini gezogen. Ich glaube jetzt muss ich mich auch mal anderen Samen umschauen.
AntwortenLöschenzorra,
LöschenAchtung: kann eine Sucht werden!
Duft und Geschmack kamen mir förmlich aus dem Bildschirm entgegen. Fast verliebt lesen sich Deine begeisterten (und begeisternden) Sätze über diese Zöglinge. Hätte ich gerne... Ich bin gespannt auf die Criolla-Chilipaste.
AntwortenLöschenThea,
Löschenich mache die Paste heute nur in kleiner Menge für unser Abendessen. Für grössere mengen auf Vorrat warte ich noch mehr reife Früchte und ein paar Habaneros Orange zur scharfen Abrundung ab.
Herje, dein Chiliplänzchen ist wirklich zum Angeben!
AntwortenLöschenDu scheinst mir eine gute Pflanzen-Mama zu sein und die Bedürfnisse deiner Aufzucht zu kennen.
grain de sel,
Löschenvor allem ist es sehr praktisch aufgrund der kleinen Schoten und macht sich auch optisch gut.
Da Chili-gärtnern wir ungefähr gleich lange. Meine Liebe zu den Chilis war auch mein Einstieg ins Internet, weil es damals so eine tolle Seite zur Chili-Anzucht auf dem Balkon mit einem kleinen Forum gab.
AntwortenLöschenDein Fleißiges Lieschen hat bei mir noch nie gewohnt, aber es schaut so aus, als müsste ich das für den kommenden Sommer ins Auge fassen.
Turbohausfrau,
LöschenChilies als Einstieg in Internet - das finde ich originell!
sind wirklich ganz feine Chilis. Und die, die du mir gegeben hast, sind MINDESTENS mittelscharf, bei einem ist mir fast die Luft weggeblieben!
AntwortenLöschenKüchenschabe,
Löschenuii, gut zu wissen - da muss ich heute beim Kochen aufpassen!
Uii, da gibt aber jemand alles. Wahnsinnig schön!
AntwortenLöschenJa,
Löschendas Lieschen übertrifft sich täglich neu!
ach, um diese schöne Zucht beneide ich Dich. Wundervoll, vor allem das Lieschen ;-) Nächstes Jahr werde ich mich auch mal versuchen, ab wann geht es denn los mit der Aussat?
AntwortenLöschenTi saluto Tichino,
Löschenich fange schon Mitte Jänner an, damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Das geht nur, wenn man genügend helles Licht und regelmässige Wärme garantieren kann. Auf meiner kleinen Galerie direkt unter dem Dach ist es hell und gleichmässig warm. Manche verwenden Pflanzenlichtlampen.
Es gibt sehr gute Anleitungen zur Chilianzucht im Internet.
Liebe Eline, wie trocknest du deine Chilis?
AntwortenLöschenIch habe leider auch ein wenig von deiner Leidenschaft aufgenommen.
Chilis...rot, grün, gelb und von allem sehr viele!
LG Evelyn
Evelyn,
Löschenhast du auch eine Chilischwemme?
Je nach Verwendung trockne ich:
die kleinen, extrascharfen grünen und roten Thai-Chilies und lange, dünnschalige , rote Chilies für indische Curries - im Ganzen mit Kernen, aufgefädelt in der Sonne.
Piment d'Espelette und Criolla Sella (kommen getrocknet und zerkleinert in Gewürzmühlen) - entkernt und längs geviertelt auf Backblechen in der Sonne
Falls die Sonne nicht ausreicht, trockne ich mit 50 Grad im offenen Backrohr. Ideal ist ein Trockenapparat, sowas habe ich aber nicht.
Ja, der Apparat kommt bald ins Haus und wenn ich noch länger (täglich - mehrmal´s) in deinem Blog süchtle, steht auch die Eismaschine und der Thermomix an!
AntwortenLöschenDU liebe Eline, machst aus mir noch einen süchtigen Küchentanz Fan!
Aber eigentlich, i bins ja schon!
Danke für den Tipp - LG Evelyn
Ja - Chili Schwemme - aus Istanbul importiert, aus Rovinj usw...ich hab so eine Freude damit und muss sie verarbeiten. Sie leuchten in einem wunderbaren ROT zum Teil. Ich werde ein Foto machen!
Evelyn,
Löschenich komme dir ganz schon teuer ;-)
mal schaun, ob ich nicht meine nachbarin -die mit dem grünen daumen- zur zucht überreden könnte...bei mir wird das nix.
AntwortenLöschenschöner artikel! danke Eline!
schelli,
Löschenich habe auch gedacht, dass die Anzucht kompliziert und heikel ist, aber das stimmt gar nicht. Wichtig ist nur, dass das Umfeld passt. Du kannst die Nachbarin dann ja mit selbstgemachten Chilisaucen fuer ihre Muehe belohnen.
Hallo Eline,
AntwortenLöschenda geht's mir wie dir. Im Winter reiht sich auf der Fensterbank ein Töpchen neben dem anderen. Im Frühsommer wird mein Umfeld dann mit Pflänzchen versorgt, weil bei mir einfach nicht alles Platz hat. Wegschmeissen wäre einfach zu schade. Zu lange hat ma die kleinen gehegt und gepflegt und ihnen beim groß werden zu geschaut...
Meine absoluten Lieblinge heissen Lemon Drop (die sind so herrlich scharf und auch gaaaanz fleissig am produzieren) und Black Hungarian (vorallem wegen der wundervollen lila Blüten)
Nur fürchte ich, nächstes Jahr werden es noch mehr. Deine fleissigen Lieschen sehen nämlich auch soooo toll aus!
hg, die Kärntnerin
Kärntnerin,
Löschenich kann auch kein einziges, auch noch so schwächelndes Pflänzchen weg werfen. Ich päpple alle auf!
Lemon Drop schmeckt so ähnlich wie Criolla Sella, auch so frisch-scharf - auch eine schöne und feine Sorte! Black Hungarian kenne ich (noch) nicht.
Vielleicht könnten wir da ja einmal einen Saatguttausch organisieren. Lieschen gegen schwarze Ungarn ;)?
LöschenKärntnerin,
Löschenich gebe dir gerne Lieschen-Samen. Schicke mir deine Adresse per Email. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass durch die Kreuzbefruchtung in gemischten Chilipflanzungen die Sorten jedes Jahr dann anders ausfallen. Daher kaufe ich mir die Samen jedes Jahr neu von einer Gärtnerei.
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