Gegrilltes Namenlos mit Bohnenragout und Schnittlauchrahm

 Ohne Chichi auf die Teller geschaufelt, schnell geknipst. Auch mal ganz entspannend!
Die deutschen Bezeichnungen Bürgermeister- oder Pfaffenstück weisen darauf hin, dass dieses relativ schwer auszulösende Stück Rindfleisch früher privilegierten Geniessern vorbehalten war.

Archivfoto
In Österreich heisst das am grossen Hüferscherzel als Anhängsel dran hängende Stück Hüferschwanzl, in UK und US aufgrund seiner Dreiecksform Tri Tip. Nur warum dieses köstliche, langfaserige Fleisch auch Namenlos genannt wird, weiss wohl niemand. Tatsache ist: heute interessiert sich der durchschnittliche Fleischesser für teures Filet oder maximal Entrecote, das preisgünstige Namenlos fristet ein Schattendasein. Völlig zu Unrecht, wie Geniesser wissen. Das flache Anhängsel ist fein marmoriert, dadurch sehr saftig und würzig. Mein Grillstück stammt von einem jungen Weideochsen aus dem Mühlviertel, ein Pustertaler Sprinzen - für mich eine der besten Rinderrassen, die ich kenne. Am Hof geschlachtet, nach- 2 - 3 Wochen zerlegt, dann bei mir zuhause noch 2 Wochen nachgereift. Mit zwei, drei guten, frisch geschnittenen  Pfeffersorten, grobem Salz und etwas Rosmarinöl gewürzt, kurz und heftig gegrillt, 30 min in Ruhe gelassen. Mit eher untypischen Beilagen - aus reiner Faulheit! Ich zog es vor, nach vielen schwül-heissen Tagen endlich wieder einen schönen Hausberglauf zu machen, anstatt viel zu kochen. Das vor Kurzem für einen Kunden rezipierte mexikanische Bohnenragout kam aus dem Tiefkühler, der Schnittlauchrahm war schnell gerührt, etwas Ciabatta war auch vorhanden.