Nur ein einfacher Marillenkuchen?



Diese Frage stellten sich H und ich, während wir fast den ganzen Kuchen innerhalb von 2 Tagen genüsslich verspeisten. Sind wir doch sonst eher keine Mehlspeis-Tiger. Aber diesem fluffigen, saftig-fruchtigen Kuchen mit hauchzartem Mandel-Marzipangeschmack sind wir verfallen. Vor unserem Finnlandurlaub werde ich keine Zeit haben, ihn nochmals zu backen, schade. Aber ich kann ihn zumindest hier vorstellen.
Anknüpfend an meine kürzlich veröffentlichte Ölgeschichte, habe ich für das Mandelbisquit keine Butter, sondern Marillenkernöl verwendet. Für dieses mild nach Marzipan und Gebäck duftende Öl gibt es geschmacklich kaum Ersatz. Am ehesten passt statt dessen kaltgepresstes Mandelöl und ein Stück Marzipan, aber bitte keine Bittermandel-Backessenz! Immer öfter werde ich diesen Austausch von Butter gegen ein zu den Zutaten passenden Öl anwenden. Nicht, weil ich was gegen Butter habe, ich halte sie für ein unverzichtbares Lebensmittel. Aber mich fasziniert,  welche neuen Geschmacksnuancen sich in relativ einfachen Gerichten durch Ölaromen ergeben können.

Marillen-Mandelkuchen
Zutaten für 1 Backblech oder eine Kuchenform mit 24 cm Durchmesser*:
5 Eier
140 g Zucker
1 gestr. TL Vanillezucker
1 MSP Salz
1 EL Zitronensaft
1 MSP geriebene Zitronenschale
80 g geschälte Mandeln
80 g Mehl
40 g Butter, zerlassen
40 g Marillenkernöl
(oder Mandelöl + ein Stück Marzipan)
ca. 500 g reife Marillen


Butter und Mehl für die Form

Dekor:
gehackte Mandeln, Staubzucker

ein wenig Zimt aus der Mühle

Hier habe ich den Teig in Muffinformen gegeben,
 mit je einer halben Marille oben drauf

Zubereitung:
Blech oder Kuchenform mit einem EL der zerlassenen Butter einstreichen und mehlieren. Mandeln ohne Fett hellbraun rösten, fein mahlen. Marillen entkernen und zerteilen. Backrohr auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Eier mit Zuckersorten (und Marzipan, wenn man Mandelöl verwendet!), Salz, Zitronensaft und -schale in einer Küchenmaschine (oder Handmixer) so lange schlagen, bis die Masse feinporig ist und nicht mehr an Volumen zunimmt. Das dauert ca. 15 Minuten. Zuerst geriebene Mandeln und Mehl, dann Butter und Öl mit dem Schneebesen in die Schaummasse rühren.Teig in die Form gießen, mit Marillen belegen. Ca. 40 bis 45 Minuten backen. Kuchen mit Mandeln, Zucker und Zimt bestreuen.

Tip:
Das Grundrezept (5 Eier, 140 g Zucker, 160 g Mehl/Nüsse, ca. 90 g Butter/80 g Öl und Aromen) für dieses besonders einfache, saftige und gelingsichere Bisquit verwende ich sehr gerne auch für Tortenböden, Rouladen oder andere Obstkuchen. Bisquit, bei dem die Eier nicht getrennt und lange mit dem Zucker schaumig geschlagen werden, ist immer saftiger und feinporiger als alle andere Varianten.

*Blech oder runde Kuchenform?
Wenn man einen flachen Kuchen möchte, auf dem die Marillen noch auf der Oberfläche zu sehen sind, dann sollte man ein Blech verwenden und die Backzeit um ca. 10 min verkürzen. In der Kuchenform wird der Kuchen höher und die Marillen verschwinden im Teig.

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