Editorial

Das steht seit heute in meinem Editorial:

Rund um kulinarischen Genuss sammle ich hier seit 2009 meine eigenen Rezepte und Menüs, schreibe über kulinarische Trends, teile Genussquellen und Genussplätze mit meinen Lesern. Die für mich enttäuschende Entwicklung von vielen anspruchsvollen privaten Foodblogs zu kostenlosen PR-Aussenstellen von Medienagenturen entfernt mich immer mehr von dieser Community.
Parallel verlagerte sich die Kommunikation zu den Küchentanz-Posts immer mehr auf Facebook, seit ich dort aktiv bin. 
Ich werde daher aus  beiden Gründen dieses Blog reduziert nur mehr als Kochtagebuch und Archiv für mich und meine Freunde weiterführen, die nicht auf FB sind. Das Kochbuch mit über 600 eigenen Rezepten stelle ich weiterhin hier öffentlich zur Verfügung.

Ich möchte diesen Entschluss, den ich schon lange mit mir herumschleppe, näher erläutern:
Es macht mir einfach keinen Spass mehr, wie sich Foodblogger (ich meine nur private, ohne beruflichen Hintergund) von folgender Agentur-Masche vereinnahmen lassen: Ich gebe dir kostenlos eine Küchenmaschine/ein Stück Fleisch/ein Kochbuch/ einen Wochenendtrip/ein bisschen mediale Aufmerksamkeit/einen Award und dafür nütze ich kostenlos deine für mich unglaublich wertvollen Kontakte, die du dir mit liebevollem Engagement und viel Arbeit über Jahre aufgebaut hast, die ich mir sonst um viel Geld kaufen müsste. Das ist kein fairer Deal. Was ich da an Dreistigkeit in der Annäherung erlebt habe, will ich gar nicht schildern. 

Ich finde diese Entwicklung traurig, denn es geht vieles verloren, das gute Foodblogger ausgezeichnet hat: die unverkrampfte, lockere Art, seine kulinarischen Erfolge und manchmal auch Misserfolge zu zeigen, sich gegenseitig zu komplizierten, schrägen Gerichten aufzustacheln, ohne Productplacement über gute Produkte auszutauschen, ...


Manch einer wird mir wegen meiner Offenheit vielleicht gram sein und mir die Freundschaft kündigen. Ich verurteile niemanden, der mitmacht, aus welchen Gründen auch immer, ob das der Wunsch nach mehr Lesern ist oder materielle Überlegungen. Ich mag das aber nicht mehr lesen, will nicht Teil davon sein.