Angestautes


Artischockenrisotto, Filet vom Weideschwein, Amalfizitronensauce

Bei mir hat sich in den zwei Wochen seit ich zuletzt gepostet habe einiges angestaut. Nicht nur viele mit Freude kreierte Rezepte und deren Fotos, sondern auch pessimistische Gedanken und Beobachtungen zum Foodbloggen.
Seit einiger Zeit bemerke ich, dass nicht kommerzielles Foodbloggen völlig out ist. So wie auch Supperclubs und Guerilla Cooking schneller wieder out wurden, als ich lahme Ente mich aufschwingen konnte, vielleicht doch, eventuell, womöglich, auf diesen Zug aufzuspringen. Viele Blogger, die ich sehr schätze, haben mehr oder weniger endgültig aufgehört (2 steps away from paradise, missboulette, tomatenblüte, Cosycooking). Manche machen sich rar (wie ich auch), einige hadern mit den Entwicklungen in der Community, verlieren die Lust am Posten und am Kommentieren.
Ein nahendes Ende wäre ja nicht verwunderlich, Trends in der virtuellen Welt dauern ja selten lange. Eher ist erstaunlich, dass der Boom über rund 10 Jahre angehalten hat. Seit Beginn 2015 ist der Elan jedoch weg. Es gibt kaum mehr neue Foodblogs (nein, Lifestyleblogs mit Cupcakesrezepten sind für mich keine Foodblogs!). Viele Blogger gehen den kommerziellen Weg, manche versuchen mit Events und Preisausschreiben attraktiv zu bleiben. 
Nur mehr ganz wenige schaffen es mit hohem Aufwand, ihre Leser zu fesseln und zu sinnvollen Kommentaren zu animieren. Wenn ich mir ansehe, wie zwar meine Leserzahlen stabil geblieben sind, aber seit Beginn des Jahres die Kommentare drastisch weniger wurden, dann muss ich einsehen, dass ich nicht zu diesen wenigen gehöre. Und dass ich so hohen Aufwand auch nicht leisten will. Dazu kommt, dass ich nach über 550 Rezepten mich immer öfter wiederhole, Rezepte variiere und völlig Neues seltener wird.
Diese nüchterne Analyse führt mich zu keinen besonders spektakulären Konsequenzen. Das ist kein Abschiedspost. Ich werde weiter meine Rezepte und Gedanken im Küchentanz veröffentlichen. Solange es mir noch Freude macht und ich Sinn in der Dokumentation meiner Rezepte und Fotos sehe. Vielleicht ist in Zukunft der Küchentanz kein Foodblog mehr, sondern etwas anderes?
Darauf stosse ich mit euch mit einem feinen Grünen Veltliner aus der Wachau an. Mich interessieren eure Meinungen zu Lage der Foodblogs. Gibt es eine Zukunft und wie sieht die aus?


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