Höchstgenuss beim Kapeller und häusliches Kontrastprogramm


Foto:©Restaurant Kapeller
Freitags waren H und ich wieder mal im Restaurant Kapeller in Steyr. Was soll ich noch viel schwärmen, ich habe hier und da schon fast alles gesagt. Nur noch soviel: wenn dieses Lokal in Wien und nicht in der Provinz wäre, würden sich sämtliche Gastrokritiker überschlagen vor Begeisterung, Höchstnoten vergeben und die Schickimickis würden Schlange stehen für ein Selfie mit einem genialen Koch. Aber vielleicht kocht und lebt man in der Provinz auch ganz gut, möglicherweise sogar besser und stressärmer? Egoistisch freue ich mich darüber, dass wir die zauberhaften Menüs  des Lukas Kapeller, den Charme des gesamten jungen Teams und das elegant-zurückhaltende Ambiente nicht zu weit weg von Zuhause geniessen können. Die Stimmung im ausreservierten Lokal und in der kleinen Küche mit Blickkontakt war sichtlich entspannt und gut gelaunt. Da die Weinkarte inzwischen auch das hohe Niveau der Küche erreicht hat, blieben wir in Steyr über Nacht. So konnten wir ohne Zurückhaltung von den ausgezeichneten deutschen Rieslingen einen 2012 Kieselberg von Von Winning und noch ein paar Gläschen aus der gutsortierten Auswahl an offenen Weinen geniessen und durch den Regen gerade mal ein paar Schritte ins Hotel bummeln.
Ich habe ich Österreich noch nie so gut gegessen wie diesen Freitag und ich freue mich schon auf das nächste Mal beim Kapeller mit den Linzer Freunden!

Kontrastprogramm:


Zuhause gab es als erstes Kochen vollen Kontrast zu Lukas Kapellers perfekten Miniaturen aus Gemüse, grandiosem Fisch und federleichten Saucen am Teller: einen Nudelauflauf mit Gemüse und Käse. Als Mangold-Lasagne bezeichnet klingt der Auflauf gleich viel weniger nach biederer Küche. Egal, uns war nach dem phantastischen Abend mit höchstem Genussniveau ganz nach deftig-einfachem Essen. Und simpel und schnell war die Zubereitung, weil ich letzte Woche selbstgemachte Lasagneblätter (als Überbleibsel dieser Panzerotti) und ganz jungen Mangold eingefroren habe. 

Küchentelegramm:
Tiefgefrorene Lasagneblätter kurz blanchiert, abschreckt. Blanchierter Mangold mit  grünen Knoblauch, Jungzwiebel (alles gehackt) und etwas Butter angeschwitzt, gewürzt mit Salz, Espelette. Wenig leichte Bechamel mit geriebenem Gruyere und Muskat. Alles schichten, mit Bechamel abschliessen, mit geriebenem Gruyere bestreuen. Scheiben von Kirschtomaten drauf. Als Muss eine knusprige Deckelung aus fein gehacktem Speck, Mie de Pain und Buchweizen. Zack, ins Backrohr bei ca. 180 Grad Umluftgrillen, bis die Oberfläche knusprig-goldbraun ist, fertig!
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