Pistazieneis mit Vogelbeer-Kompott
Eis aus Nüssen kann man normalerweise sehr gut aus den Nussmus-Sorten, die es im Bioladen gibt, herstellen. Mandel-, Cashew-, Sesam- Haselnuss-, Erdnuss-Mus - die sind alle hervorragend im Geschmack und so fein in der Konsistenz, dass das Eis besonders cremig und schmelzend wird. Dann braucht man auch wenig zusätzliche Emulgatoren, wie zusätzliches Fett und viel Ei, es genügt die Eisgrundmasse aus Milchprodukten.
Anders sieht es bei Pistazieneis aus. Natürliches Pistazienmus ist mir noch nicht begegnet. Ich habe mir mal vor einigen Jahren ein Pistazienmus gekauft, das in der Gastronomie verwendet wird. Mit dem Ergebnis war ich gar nicht glücklich: das Eis war zwar grün (Spinatmatte und Lebensmittelfarbe) und cremig, schmeckte aber künstlich nach Marzipan durch Bittermandelöl. Dann habe ich im 2. Versuch ein ganz natürliches Pistazieneis aus fein gemahlenen Pistazien und einer Creme Anglaise mit vielen Eigelben hergestellt. Ergebnis: das Eis schmeckte nach Eiercreme mit einem Hauch Pistazie.
Mein Ansatz für den dritten Versuch:
Bei Mohn und Nüssen kann man ein Mehr an Aroma durch Kochen in Milch und Obers heraus holen und eine leichte Bindung, das sollte auch bei Pistazien funktionieren. Und wenn ich wenig Eigelb verwende, mit ganz wenig Carobe und Pistazienöl emulgiere und mit dem Öl gleichzeitig den Pistaziengeschmack intensiviere? Und ein bisschen Kirsch? Und eine Prise Salz - diese Anregung stammt von
Ellja, die von einem leicht salzigen Pistazieneis vom Eismacher Bortolotti in Kaisermühlen schwärmt und uns bei ihrem wunderbaren
Spätsommermenü ihre feine Variante eines Pistazieneises (teilweise mit gesalzenen und ungeschälten Pistazien) servierte.
Zutaten für meine dritte Variante:
200 g erstklassige, geschälte Pistazien
400 ml Milch
150 ml Obers
30 g Invertzucker
80 g Backzucker
Prise Meersalz
1 kleine MSP Carobe
2 Eigelb
20 ml Pistazienöl (das geniale von Hartl)
2 cl Kirsch (optional)
Pistazieneis im Alltags-Design ;-)
Zubereitung:
Pistazien sehr, sehr fein mahlen. Mit Milch, Obers, Invertzucker, Salz und Carobe kurz aufkochen, auf ca. 85 Grad abkühlen. Eigelb mit Backzucker schaumig rühren und mit der Pistaziencreme zur Rose ziehen. Die Masse einige Stunden, am besten über Nacht, reifen lassen, so entwickelt sich das Pistazienaroma am besten. Durch ein Haarsieb streichen und mit Pistazienöl und Kirsch verfeinern.
In der Eismaschine frieren. Wer möchte, kann dieses zartgrüne, blumig-nussige Eis mit Spinatmatte einfärben. Mir gefällt es ganz natürlich zartgrün besser.
Uff! Jetzt gibt es ein paar Tage Sendepause bis zum 11. Dezember.