Petersilpüree zu einem Steak mit Fondantkartoffeln - intensiv und chlorophyllig
Der glattblättrige ist der gute, krausen Petersil mag ich nicht
Die im Hochdeutschen weibliche Petersilie mutiert in Österreich und Bayern zum männlichen Petersil -> Pedersü bei uns. Besonders nett finde ich auch die schweizerische Bezeichnung Peterli, geradezu ein Kosename für dieses traditionelle Würzkraut. Und wenn die Sizilianer Schwertfisch würzen oder Pasta mit frischen Thunfisch und Zitrone kochen, dann verwenden sie nicht das, von vielen als DAS italienische Gewürzkraut angesehene, Basilikum, sondern reichlich Prezzemolo, den Petersil.
Auch wenn Petersil heute ein Schattendasein führt, weil er von den Modegewürzen Basilikum, Koriander und Minze ziemlich verdrängt wurde, ist er doch noch immer ein Bestandteil der zentraleuropäischen Küche. Man sieht ihn bei uns als ein einheimisches Kraut. Dabei kommt er doch - wie so viele andere Kräuter auch - aus dem Mittelmeerraum, genauer aus Griechenland. Dort, in der Türkei, im Libanon, in Nordafrika, in Südfrankreich und in Sizilien liegt er in dicken Bündeln auf den Märkten und wird so reichlich verwendet, dass man ihn schon fast wie ein Blattgemüse einsetzt: in Taboule, in faschierten Bällchen oder pur zu gegrilltem Fisch oder Fleisch.
Mein Plädoyer: verwendet mehr Petersil!
Er ist einfach zu ziehen (lehmige Erde), ist gesund und kann vielseitig verwendet werden, durchaus mal öfter an Stelle von Koriandergrün oder Basilikum:
- grob oder fein gehackte Blätter und rohe Wurzelstückchen zum Drüberstreuen
- frittiert als knusprig-würziges iTüpfelchen: sowohl aus grünen Blättern als auch aus den Wurzeln (Chips, Julienne)
- entstielt und zerpflückt als kleiner Kräutersalat zu gegrilltem Fleisch, Fisch oder Käse
- wie ein Blattgemüse in Mischsalaten
- als Suppe: Pur grün, aus den Blättern; pur weiss aus den Wurzeln; oder gemischt
- als Pastafülle wie z. B. in diesem Rezept:
Tortellini mit Petersilienwurzel, Petersiliencreme
- als Püree, in Grün eine tolle Beilage zu Steaks
- als Würze in fleischlichen und vegetarischen Farcen (Fleischbällchen, Erdäpfellaibchen)
- als Bestandteil in Pestos: pur oder gemischt mit Basilikum, Nüssen, Öl und ev. Hartkäse
- als grünes Öl, frisch gemixt, zum Würzen oder als Dip
So mag H den Petersil zum Steak seit ihm seine
französische Tante das serviert hat





