Jedes Jahr nehme ich mir vor, weniger Chilies heranzuziehen. Da ich es aber nicht übers Herz bringe, die vielen keimenden Pflänzchen zu vernichten und meine Freunde, Verwandtschaft und Bekannte auch schon genug Chilies von mir bekommen haben, überrollt mich die Chilischwemme jedes Jahr wieder. Dieses Jahr auch noch mit besonders üppigem Ertrag, dank ganz toller Bio-Samen und gutem Wetter. Was machen mit diesen vielen scharfen Früchtchen?
Da die Chili-Sucht inzwischen bei vielen Bloggern ausgebrochen ist und andere vielleicht auch das gleiche Problem wie ich haben, fasse ich hier einige meiner Tips und Rezepte zur Chiliverwertung zusammen und verweise auf nachkochenswerte Rezepte in anderen Blogs. Weitere Anregungen sind angesichts der Chilimassen willkommen.
Scharfe Thai-Chilies friere ich grün und vollreif samt Kernen ein. So kann ich sie dann jederzeit für frisch gemachte Currypasten verwenden
Einfrieren:
Die einfachste Konservierung mit unverfälschten Aroma. Die ganzen Chilies kurz waschen, trocknen und einfrieren. In gefrorenem Zustand konnen sie sehr gut als ganze Früchte zugefügt oder gehackt oder mit einer Microplane-Reibe fein gerieben werden. Sie verlieren minimal an Schärfe und Aroma, sind aber vom Spätherbst bis zur neuen Ernte ein feiner Vorrat an Schärfe, Aroma und Vitaminen. Ideal sind kleine, feste und dünnschalige Chilies. Dickfleischige Chilies (Jalapenos) sind nicht gut fürs Einfrieren geeignet, sie werden wässrig.
Trocknen und Pulverisieren:
Ich entkerne die Chilies für das Trocknen, so wird das Gewürzpulver fruchtiger und weniger scharf. In diesem schönen Sommer habe ich ständig in der Sonne getrocknet. Bevor die getrockneten Schoten in Gläser und Gewürzmühlen gefüllt werden, kommen sie noch kurz bei 70 Grad in das Backrohr.
Piment d'Espelette und die "gelbe Mischung" aus Habaneros, Ajii Dulce, Criolla Sella u. ä. zitronig-fruchtigen Chilies müssen bei mir immer im Gewürzschrank stehen. Für diese Chilipulver in Gewürzmühlen zerkleinere ich die grösseren Schoten noch etwas im Mixer zu Flocken. Die lassen sich dann in der Gewürzmühle beliebig weiter pulverisieren. Aber immer nur kleinen Mengen zerkleinern, gerade soviel, wie man für eine Mühlenfüllung braucht. Unzerkleinert in dunklen Schraubgläsern aufbewahrt, hält sich Aroma und Farbe besser.
Piment d'Espelette und die "gelbe Mischung" aus Habaneros, Ajii Dulce, Criolla Sella u. ä. zitronig-fruchtigen Chilies müssen bei mir immer im Gewürzschrank stehen. Für diese Chilipulver in Gewürzmühlen zerkleinere ich die grösseren Schoten noch etwas im Mixer zu Flocken. Die lassen sich dann in der Gewürzmühle beliebig weiter pulverisieren. Aber immer nur kleinen Mengen zerkleinern, gerade soviel, wie man für eine Mühlenfüllung braucht. Unzerkleinert in dunklen Schraubgläsern aufbewahrt, hält sich Aroma und Farbe besser.
Saucen, Pasten, Öle:
Jetzt wird es ein bisschen aufwendiger. Marmelade einzukochen - das wäre nix für mich. Aber Chili-Konserven stelle ich sehr gerne her. Weiss ich doch, dass ich damit ganz schnell aus dem Vorrat heraus was gutes Kochen kann.
Jetzt wird es ein bisschen aufwendiger. Marmelade einzukochen - das wäre nix für mich. Aber Chili-Konserven stelle ich sehr gerne her. Weiss ich doch, dass ich damit ganz schnell aus dem Vorrat heraus was gutes Kochen kann.
Rote und gelbe Chilisauce
Mein leicht zu variierendes Grundrezept für Chilisaucen, die als Basis für Dips, Marinaden, Vinaigrettes und Glasuren dienen.
In die Rezeptesammung eingefügt am 25-Sept-2012:
Habanero-Marillen-Sauce
Zutaten für 5 - 6 Gläser à 200 ml:
6 - 8 gelbe Habaneros, entkernt, zerteilt
3 fleischige, gelbe Paprika, entkernt, zerteilt
1 grosse Gemüsezwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt
Saft von 3 Orangen
4 cm frischer Ingwer, gehackt
1 geh. TL gemörserter Koriander
1 geh. TL Mangopulver (Ersatz: Zitronensaft)
2 geh. TL Salz
1 kg Marillen, grob gewürfelt
300 g Zucker
60 ml Weissweinessig
2 gestr. EL Pektin
Zubereitung:
Marillen, Zucker, Essig und Pektin in einer Schüssel mischen, stehen lassen. Die restlichen Zutaten zusammen (zugedeckt) weich kochen, pürieren (Vorsicht wegen der scharfen Dämpfe!). Jetzt die Marillen-Zucker-Masse ca. 15 min wie Marmelade kochen, dann die pürierte Chili-Paprika-Masse dazu geben. Zusammen noch kochen, bis die Masse glasig ist. In sterilisierte Gläser füllen. Gut beschriften, um Verwechslungen mit Marillenmarmelade auszuschliessen.
Grüne Thai-Chilipaste
Mein leicht zu variierendes Grundrezept für Chilisaucen, die als Basis für Dips, Marinaden, Vinaigrettes und Glasuren dienen.
Statt Marillen könnte man auch Pfirsiche, Ringlotten oder Mangos verwenden
In die Rezeptesammung eingefügt am 25-Sept-2012:
Habanero-Marillen-Sauce
Zutaten für 5 - 6 Gläser à 200 ml:
6 - 8 gelbe Habaneros, entkernt, zerteilt
3 fleischige, gelbe Paprika, entkernt, zerteilt
1 grosse Gemüsezwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt
Saft von 3 Orangen
4 cm frischer Ingwer, gehackt
1 geh. TL gemörserter Koriander
1 geh. TL Mangopulver (Ersatz: Zitronensaft)
2 geh. TL Salz
1 kg Marillen, grob gewürfelt
300 g Zucker
60 ml Weissweinessig
2 gestr. EL Pektin
Zubereitung:
Marillen, Zucker, Essig und Pektin in einer Schüssel mischen, stehen lassen. Die restlichen Zutaten zusammen (zugedeckt) weich kochen, pürieren (Vorsicht wegen der scharfen Dämpfe!). Jetzt die Marillen-Zucker-Masse ca. 15 min wie Marmelade kochen, dann die pürierte Chili-Paprika-Masse dazu geben. Zusammen noch kochen, bis die Masse glasig ist. In sterilisierte Gläser füllen. Gut beschriften, um Verwechslungen mit Marillenmarmelade auszuschliessen.
Grüne Thai-Chilipaste
Kann gut eingefroren werden.
Chiliöl nach kathas Peking Rezept
Zur raffinierten Verwertung von verschiedenen getrockneten Chilisorten.
Zur raffinierten Verwertung von verschiedenen getrockneten Chilisorten.
Süsse Thai-Chilisauce (ohne Verdicker und ohne Konservierungsstoffe)
4-6 rote Thai-Chillies mit Kernen (je nach Schärfe)
1 vollreifer roter Spitzpaprika, ohne Kerne, geschält
4 cm frischer Ingwer, geschält
2 Knoblauchzehen
1 mittlere Schalotte, geschält
alles fein gehackt
200 ml heller, geschmacksneutraler Honig
100 ml Reisessig (oder anderer heller Essig)
2 Teel. dunkle Sojasauce
2 Teel. Fischsauce
2 Teel. helle Sojasauce
2 Stangen Zitronengras, ganz, gequetscht
Zubereitung:
Alles zusammen so lange kochen, bis die Masse leicht zähflüssig wird.
Heiss in Schraubgläser füllen, kühl aufbewahren (hält ein paar Wochen im Kühlschrank).
4-6 rote Thai-Chillies mit Kernen (je nach Schärfe)
1 vollreifer roter Spitzpaprika, ohne Kerne, geschält
4 cm frischer Ingwer, geschält
2 Knoblauchzehen
1 mittlere Schalotte, geschält
alles fein gehackt
200 ml heller, geschmacksneutraler Honig
100 ml Reisessig (oder anderer heller Essig)
2 Teel. dunkle Sojasauce
2 Teel. Fischsauce
2 Teel. helle Sojasauce
2 Stangen Zitronengras, ganz, gequetscht
Zubereitung:
Alles zusammen so lange kochen, bis die Masse leicht zähflüssig wird.
Heiss in Schraubgläser füllen, kühl aufbewahren (hält ein paar Wochen im Kühlschrank).
Harissa
5 getrocknete, mittelscharfe, rote Chilischoten, entkernt
(in heissem Wasser eingeweicht und ausgedrückt)
150 g frische rote, mittelscharfe Chilischoten, entkernt
2 rote Spitzpaprika
3 Zehen Knoblauch
1 geh.TL Korianderkörner, geröstet und gemörsert
1 gestr.TL Kümmel, geröstet und gemörsert
1 gestr. TL Kreuzkümmel, geröstet und gemörsert
3 - 4 EL Öl
1 geh. TL Meersalz
1 geh. TL Zucker
Zubereitung:
Wie Britta bei ihrem Harissa-Rezept nehme ich diesmal rot ausgereifte Pimientos del Padron, die habe ich zum Saufüttern (die armen Schweinderln, viel zu scharf!). Ich mache mein Harissa mit wenig Knoblauch, viel Kümmel und Koriander - das ist aber Geschmacksache. Die Verwendung von getrockneten und frischen Chilies empfehle ich aber beizubehalten. Ich röste zuerst die Gewürze, dann werden sie fein gemörsert. Alle grob zerkleinerten Chilies, Paprika, Gewürze, Knoblauch, Salz und Zucker werden in Öl bei mittlerer Hitze geschmort und dann zu einer Paste gemörsert oder gemixt (mittelfein).
Entweder in kleine Gläser füllen, mit Öl bedecken und in den Kühlschrank stellen oder portionsweise einfrieren.
5 getrocknete, mittelscharfe, rote Chilischoten, entkernt
(in heissem Wasser eingeweicht und ausgedrückt)
150 g frische rote, mittelscharfe Chilischoten, entkernt
2 rote Spitzpaprika
3 Zehen Knoblauch
1 geh.TL Korianderkörner, geröstet und gemörsert
1 gestr.TL Kümmel, geröstet und gemörsert
1 gestr. TL Kreuzkümmel, geröstet und gemörsert
3 - 4 EL Öl
1 geh. TL Meersalz
1 geh. TL Zucker
Zubereitung:
Wie Britta bei ihrem Harissa-Rezept nehme ich diesmal rot ausgereifte Pimientos del Padron, die habe ich zum Saufüttern (die armen Schweinderln, viel zu scharf!). Ich mache mein Harissa mit wenig Knoblauch, viel Kümmel und Koriander - das ist aber Geschmacksache. Die Verwendung von getrockneten und frischen Chilies empfehle ich aber beizubehalten. Ich röste zuerst die Gewürze, dann werden sie fein gemörsert. Alle grob zerkleinerten Chilies, Paprika, Gewürze, Knoblauch, Salz und Zucker werden in Öl bei mittlerer Hitze geschmort und dann zu einer Paste gemörsert oder gemixt (mittelfein).
Entweder in kleine Gläser füllen, mit Öl bedecken und in den Kühlschrank stellen oder portionsweise einfrieren.
Für alle Manipulationen mit Chilies gilt:
Handschuhe tragen, Dämpfe und Mix-Staub nicht einatmen, Augen und Schleimhäute schützen (notfalls mit Schibrille)!






