Der alte Grünmarkt: Where have all the good times gone?
Märkte in Linz
Heute war ich mit der Küchenschabe
erstmals seit vielen Jahren wieder mal am grössten Markt von Linz, dem
Südbahnhofmarkt. Seit ich in Urfahr wohne, ist mir dieser traditionelle
Markt der Linzer zu weit entfernt. Daher war das ein nostalgischer und
auch etwas wehmütiger Besuch. Viele der alten Marktweiberln gibt es
nicht mehr. Die Zeile, wo sie früher standen, ist leer. Erfreulich ist
jedoch, dass es fast alle alteingesessenen Geschäfte und Standln noch
gibt. Diese Kontinuität spricht dafür, dass es doch genug Linzer gibt,
die Wert auf frische und qualitativ hochwertige Lebensmittel legen. Was
mir noch auffiel: es gibt für die Grösse des Marktes weing Bio-Anbieter,
irgendwie ist dort die Zeit stehen geblieben, es ist ein sehr
konservativer Markt. Insgesamt erscheint mir der Freitag-Markt am
Hauptplatz, der sich immer grösserer Beliebtheit erfreut, lebendiger,
zeitgemässer und vor allem ökologischer zu sein. Hier stellen sich die
Einkäufer, darunter viele junge Leute, in langen Schlangen besonders bei den Bio-Standln an.
Triste schaut es derzeit
am Grünmarkt in Urfahr aus. Das Marktamt sah so lange dem Verfall zu,
dass die durch Bürgerengagement erzwungene, teure Neuanlage (fast) zu
spät gekommen ist. Viele Standler haben vor und während des Umbaus
resigniert. Jetzt fehlt der richtige Branchenmix, um echtes Marktpublikum
anzulocken. Der sonnige Glasneubau ohne Klimaanlage (!) lässt Obst und
Gemüse innerhalb von wenigen Stunden verderben. So hat auch mein
engagierter Dealer Klaus seinen Kiosk wieder aufgegeben, weil er so seine gewohnte Qualität nicht halten konnte. Er bietet jetzt seine Feinkost, Fische, Eier, Käse, Obst
und Gemüse nur mehr als Hauszusteller und am Freitag und Samstag aus seinem gekühlten Wagen am Grünmarkt
an. Viel Geld wurde hier durch schlechtes Management verschleudert. Hoffentlich gibt es nach der langen Bauzeit jetzt doch einen Neuanfang!
Ätsch Monsanto und Co!
Nach der deutlichen Ablehnung von ACTA im Europaparlament noch eine gute Entscheidung des EuGH:
Europas Bauern dürfen selbst Saatgut aus alten und amtlich nicht zugelassenen Pflanzensorten verkaufen. Die Klage eines industriellen Saatguthestellers gegen eine bäuerliche Kooperative wurde abgewiesen.
Die Erhaltung der genetischen Vielfalt in der Landwirtschaft ist mir nicht nur aus meinen egoistischen Genussgründen wichtig. Die Widerstandsfähigkeit von alten Sorten ist in Klimawandelzeiten ökologisch wichtiger denn je.
Mehr dazu: Die Zeit
Schon wieder Toni Mörwald!
Neein, das ist keine gute Nachricht: das ist eine wirklich schlechte. Warum wählen die oberösterreichischenHosenträger
Entscheidungsträger für Restaurants in Kulturgebäuden immer wieder
treffsicher Gastronomen aus, bei denen man schon genau weiss, wie die
Restaurants geführt werden: langweilig, durchschnittlich, das Scheitern
vorprogrammiert? Das Schlimme ist, man kennt die Antwort und kann nichts
dagegen tun.
Ätsch Monsanto und Co!
Nach der deutlichen Ablehnung von ACTA im Europaparlament noch eine gute Entscheidung des EuGH:
Europas Bauern dürfen selbst Saatgut aus alten und amtlich nicht zugelassenen Pflanzensorten verkaufen. Die Klage eines industriellen Saatguthestellers gegen eine bäuerliche Kooperative wurde abgewiesen.
Die Erhaltung der genetischen Vielfalt in der Landwirtschaft ist mir nicht nur aus meinen egoistischen Genussgründen wichtig. Die Widerstandsfähigkeit von alten Sorten ist in Klimawandelzeiten ökologisch wichtiger denn je.
Mehr dazu: Die Zeit
Schon wieder Toni Mörwald!
Neein, das ist keine gute Nachricht: das ist eine wirklich schlechte. Warum wählen die oberösterreichischen

Das Publikum am Südbahnhofmarkt ist eher kein junges, vielleicht gibt es deshalb zu wenig Nachfrage nach biologischen Produkten. Für mich ist der Südbahnhofmarkt recht praktisch, weil ich schnell dort bin, aber ich werde an einem der nächsten Freitage den Hauptplatz ausprobieren, da hast du mich heute neugierig gemacht!
AntwortenLöschenIch werde sicher oefter mal wieder einen Abstecher zum SBM machen, alleine schon der groesseren Kaeseauswahl wegen - und weil ich ihn einfach mag!
Löschenam Hauptplatzmarkt hat es heute total gewuselt, trotz stroemenden Regen. Das sind derzeit aber auch viele Kreuzfahrtschiff-Touristen.
Beim SBM macht es einen Unterschied, ob man freitags oder samstags kommt.
AntwortenLöschenFreitags gibt es einen tollen Bio-Gemüsestand von der Diakonie, die Margit Lamm mit den Paradeiser Raritäten ist da, die eine oder andere kleine Standlerin mit Bio-Gemüse. So es Pilze gibt, findet man Raritäten wie Brätling, Parasol, Krause Glucke, die Seesaiblinge aus dem Ausseer See gibt es, den Stand von Schardax und Strasser, Hartls Kulinarikum (der Biofleischhauer). Natürlich die Käseauswahl vom Mandi, samstags auch die Kuh- und Ziegenmilchprodukte sowie Eier von Sonnberger, immer, da im Kiosk der herrliche Most vom Pankrazhofer in der Mosteria, etc.
Ich bin aber leider auch fast nur mehr auf dem Hauptplatzmarkt, nur wenn ich was ganz Spezielles suche, weiß ich, daß ich es eher am SBM bekomme.
Und apropos Käse: Die Schafkäsebäuerin die jetzt statt dem Ortner auf dem Hauptplatz ist, hat ein fantastisches Schafjoghurt und Schafricotta!
Liebe Grüße,
Doris
Doris,
Löschendas klingt nach einer wahren Marktexpertin. Ich muss mich erst wieder genauer orientieren. Klar, es gibt immer noch Spezialitaeten, die man nur am SBM bekommt. Aber es gibt durch den Hauptplatzmarkt eine starke Konkurrenz, gerade im Bio-Bereich - und das ist gut so! Dass der Hartl jetzt zentral in der Arkade ist und am SBM ueber den Sommer geschlossen hat, ist auch ein Zeichen.
Daß Hartl jetzt im Sommer am SBM zu hat, hab ich noch gar nicht realisiert, ich denke aber, wenn dann höchstens einen von den beiden Kiosken, das ist aber mehr ein Personalproblem, auf der HP ist davon auch nix zu sehen - muß die Hartls mal fragen...
LöschenUnd ja, wo es was Feines gibt, bin ich nie weit - und ich habe auch meine Freude daran, meine Genußquellen mitzuteilen.
Doris
Danke,
Löschenich weiss das sehr zu schaetzen!
Hallo!
AntwortenLöschenIch kann den Markt am Hauptplatz auch sehr empfehlen. Wir holen unsere Wurst eigentlich nur mehr von dort (Stand Fam. Plakolb) und ebenso den Käse (Namen weiß ich nicht, ist aber ein einfacher Stand vor einem Bus mit Markise und der Verkäufer (sehr nett und zuvorkommend) hat immer einen Cowboyhut auf.
Am Grünmarkt kann ich den Stand von Fr. Rossegg schwer empfehlen, tolles knackfrisches Gemüse, dass wir uns immer bei ihr zu Hause, sozusagen frisch aus der Erde abholen!
Der Schafricotta hört sich toll an, sind das auch die die Mozzarella anbieten? Habe die in der Eile des Gefechts nämlich noch nie gefunden :-(
Sonst kann ich noch den Biohof Rabmer in Windpassing für Kalbfleisch, Eier, Milchprodukte, Getreide und Gemüse, unweit von St. Magdalena, empfehlen!
Was ich bis jetzt leider noch nicht gefunden habe, ist eine Bio-Verkäufer für Hühnerfleisch, falls es hierfür Empfehlungen gibt, bitte jederzeit gerne! Meine Kinder essen nämlich sehr gerne Henderl, aber im Geschäft (auch bei denn*) mag ich eigtl. keines kaufen, man weiß ja nicht wirklich wo es her ist.
Liebe Grüße,
Lika
Also, der Stand gehört der Familie Dekker, die kommen aus der Nähe von Schärding - nächsten Freitag allerdings nicht - und es ist der erste große weisse Wagen, wenn man von der Bimhaltestelle zum Markt kommt (direkt vor der Trafik/Souvenirladen). Mozzarella hat sie keinen, will aber evtl im Herbst einen produzieren. Es gibt noch einen Käse mit Bockshornkleesamen, Brie, Blauschimmel. Die Käse sind mir ein bisschen zu mild und es ist leider auch kein affinierter da, sie haben dafür keine Nachfrage. Wegen Hendl: ich glaube, das Müli hat eine gute Quelle oder sonst vielleicht auch mal beim Hartl in der Arkade fragen. Ich persönlich hole mir Geflügel nur mehr über die Genußhandwerker (online-Shop in BRD). Ich verfolge aber schon auch sehr interessiert das Hähnchen-Projekt von Toni Hubmann, das ist der mit den Freilandeiern, und da geht es um die männlichen Küken, die, da für Eierproduktion nicht geeignet, auch im Biobereich auf eine sehr unschöne Art "entsorgt" werden. Hier werden sie jetzt wenigstens nach einem zwar kurzen aber schönen Hendl-Leben verwertet, die ersten soll es in Wien schon geben.
LöschenLika,
Löschenwenn die Frau Rossegg der Stand gleich beim Huemer ist: da gebe ich dir recht. Die hat sehr gute Jungzwiebel, jungen Knoblauch und Radieschen. ich kaufe Schlierbacher Bio-Wildhuhn beim Klaus Parzmayer oder glueckliche Freilaufhuehner ohne Zertifikat, aber trotzdem Natuerlich ernaehrt bei meinem Gefluegelbauern Reisner ab Hof. Die gibt es aber nur sehr selten.
Doris,
Löschenden Stand am Hauptplatz muss ich mal aufsuchen. Schafsricotta klingt sehr verlockend!
hartl in der Arkade hat auch Bio-Huehner. Aber, wie bei allem Fleisch vom Sonnhof erhaelt man keine genaueren Angaben:von welchem Bauern, wie gefuettert, wie gehalten? Das finde ich sehr schade, weil mir das Geschaeft und Angebot sehr gut gefaellt.
Liebe Eline,
LöschenHartl fährt aber zweigleisig. Es gibt ja auch immer noch auf dem SBM den ersten Kiosk, den er hatte, "Hartls Kulinarikum", das ist an der äußeren Kioskzeile (Kantstraße), fast neben ORBI. Dort hatte er sogar schon Bresse-Hühner, dann Wild (Reh, Hase), Mangalitza-Schwein und noch ein bisschen ein anderes Wurst- und Schinken-Sortiment. Er gibt schon Auskunft über die Quellen, bei der Marke "Sonnberg" gebe ich Dir recht, ich hab ehrlich gesagt auch nie insistiert, man sollte es.Ich werde mal ein längeres Gespräch mit Hartls führen und dann berichten.
Lg, Doris
Lika, der Mann mit dem Cowboyhut ist der Alois Haslinger, der ist sehr nett. Ich kenne ihn schon seit 15 Jahren, trotzdem hab ich erst dieses Frühjahr erfahren, daß er auch Jäger ist und wir hatten demzufolge dann einen herrlichen Gamsrücken. Ich freue mich schon auf den Herbst, denn Wild ist auch so etwas, wo man gute und zuverlässige Quellen braucht.
LöschenLg, Doris
Doris,
Löschendu bist eine wahre Expertin und ich finde es schoen, dass du dein Wissen hier mit uns teilst.
@Hartl: ich bin ueberzeugt von der Qualitaet. Beim Reh erfaehrt man schon, dass es ein geschossenes aus Reichenberg ist. nur beim Sonnhoffleisch und Gefluegel erfaehrt man nur, dass es Bio ist und wo es geschlachtet wird. Das ist schon mal gut. Aber so Laestige wie ich moechten gerne noch mehr wissen.
Die Gastroverpachtungen der öffentlichen Hand sind wirklich meist problematisch. Bei uns im Salzamt klappte es auch erst mit dem zweiten (unserem Wunsch)Pächter. Bezeichnend, dass das Gelbe Krokodil nicht vom öffentlichen OK,sondern vom privaten Moviemento initiert wurde.
AntwortenLöschenDas Salzamt ist eine loebliche Ausnahme, dafuer bin ich wirklich dankbar! Das Krokodil ist zwar nicht so mein Geschmack, aber eindeutig zielgruppengerecht und passend. Komisch ist die Situation im Schlossmuseum. Dort wurden die gastronomische Ambitionen des Paechters gar nicht goutiert und eine Nivellierung nach unten scheint geradezu gewuenscht zu sein.
LöschenIch glaube zu wissen, wer diesen Kommentar geschrieben hat und freue mich darueber. Trotzdem bitte ich generell um Angabe eines Namens beim Kommentieren.
Doris,
Löschendeinen Kommentar habe ich entfernen muessen. Bitte nimm mir das nicht uebel, aber ich weiss, dass Blogger aufgrund unbewiesener Behauptungen in Kommentaren geklagt wurden. Das moechte ich gerne vermeiden :-)
Eline, sorry, aber ich glaube, jetzt verwechselst Du mich, alle meine Kommentare sind noch da und ich hätte jetzt auch keine Ahnung, was ich fürchterliches kommentiert hätte. Das ist jetzt Kommentar No. 3 zu Deiner Info, aber was immer es war, ich denke, Du hast das Recht, Kommentare zu entfernen, die problematisch sind.
LöschenGlg, Doris
Kommentar 3 von heute, meine ich, aber ich komme gerade drauf, was Du meinst - der Besuch in Krems - das war nicht ich! Doris
LöschenSorry, liebe Doris, der Kommentar war von Claudia!
LöschenDer Situation im Südflügel werde ich mal nachgehen, was die sicht des Schlossmuseums ist.
LöschenDie Betreiber des von mir geschätzten niu in der Klammstraße tauchen ab September im Wissensturm als Pächter auf, auch da bin neugierig, wie die Entwicklung sein wird.
Wie auch der Kommentar zum Salzamt nun nicht mehr anonym, sondern von Holger J.
Holger,
Löschendanke, dass ich durch dich auch die postitven Neuigkeiten erfahre, da ist mein Aerger ueber Moerwald im Musiktheater gleich geringer! Trozdem bleibt die Enttaeuschung, dass die Chancen eine eher durchschnittlichen Stadt, durch ueberdurchschnittliche Gastronomie in architektonisch aansprechenden Gebaeuden bei Touristen und Linzern zunpunkten, schon wieder vertan wierden. Positives Beispiel: Bilbao.
na geh, wann ward ihr denn am freitag da? Ich war nämlich auch, aber schon bald in der früh und ich hab bei einem alten marktweiberl walderdbeeren und einen bauerngartlblumenstrauß erstanden. Außerdem gibt es am SBHM den feschesten Fischverkäufer ;-)
AntwortenLöschenEllja,
Löschenum 10. Den Fischverkaeufer hat mir die Kuechenschabe vorenthalten ;-)
aber die Ellja hat völlig recht mit dem feschesten Fischverkäufer :-))
LöschenKuechenschabe,
AntwortenLöschenda hast du mit mir wohl eine grossen Bogen um den Fischstand gemacht - arg!