Die ersten Fische in diesem Jahr, ganz pur


Simply the best!

Zwei  schwüle und sonnige Tage und man ahnt schon, dass Kälte und Regen folgen werden. Umso mehr geniessen wir die Natur und die ersten, allerdings noch kurzen Schwimmerlebnisse. Die Walderdbeeren erröten und die ersten Reinanken gehen meinem Fischer ins Netz. 

     Archivfoto Sommer 2011

Wenn ich ihn frühmorgens noch verschlafen vom Fenster aus bei unserem Bootshaus landen sehe, muss ich schnell handeln: zum Boot hinflitzen und fragen, ob er was gefangen hat. Er hat! Aber ich muss schnell sein und mir zwei Reinanken sichern. Denn die Bestelllisten sind lang. OK, ich komm in der nächsten halben Stunde zum Fischerhaus! Dort wird in der Zwischenzeit die Beute ausgenommen, geschuppt und gewogen. H. schläft noch. Ich schlüpf ins Laufgewand, steck Geld ein und steh 10 Minuten später vor der Tür beim Fischerhaus. 2 grosse Reinanken um 9,50 + 1 Euro für das Sparschwein des kleinen Enkel, der gerne mit dem Opa zum Fischen rausfährt. Zurücklaufen mit einem Sackerl mit Fischen in der Hand. Einige Radfahrer und Wanderer sehen mich schräg an. Es sieht sicher so aus, als hätte ich die Fische wo gestohlen und nehme gerade Reissaus. Zuhause weck ich H. und präsentiere stolz meine Beute. 


Abends wieder in Linz, mitten in einem heftigen Gewitter, geniessen wir die ersten Reinanken der Saison. Nur mit etwas Salz, frischer Sauerrrahmbutter,  Petersil-Erdäpfeln und Rahmgurkensalat. Ein Hochgenuss! Ich stellte mir vor, dass wir, die Reinanken und ich, noch am Vortag gemeinsam im See geschwommen sind. Sie haben sicher weniger gefroren ...
Am Vorabend waren wir in einem der Haubenlokale am See essen. Es gab frische Reinanken. Ohne uns. Wir Snobs essen nur unsere "eigenen". Am Nebentisch bat eine Frau darum, ihr den Fisch als Filets zu braten. Das wurde abgelehnt. Mit der Begründung: der Fisch ist zu frisch, man könne ihn nicht filetieren. Dieses Argument ist mir schon öfter begegnet. Und ist völlig unverständlich. 

 

Natürlich gehen Gräten aus sehr frischem Fisch schwerer raus als aus abgelegenen, aber es geht. Und bei einem Gericht knapp um die 30 Euro müsste dieser Service selbstverständlich sein. Notfalls mit dem V-Schnitt. Ich hatte jedenfalls kein Problem mit dem Filetieren und Entgräten meiner Reinanken. Und wir genossen grätenfreien, saftigen Fisch mit knuspriger Haut. Und der Fisch roch  am Teller genau so, wie der See an kühlen Morgen riecht.


Demnächst gibt es Reinanken aber wieder mal an der Gräte vom Grill. Dazu muss ich aber wieder früh aufstehen und auf die Ankunft des Fischers lauern ....

Kommentare:

  1. bin im Sommer ganz viel in St.Gilgen am Wolfgangsee und der See schaut ganz nahe aus, Mondsee? Bin für einen Fischegipfel im Sommer!

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    1. Attersee. Fischgipfel klingt gut!

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  2. herrlich - ich freue mich auch bald wieder auf ein paar tage am und im glasklaren wörthsee. wo man wirklich morgens noch mit den renken schwimmt!

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    1. Feinschmeckerle,
      genau! Und mit den noch winzigen Barschen, den Lauberln und den Eiteln - und dem Nachbarshund ;-)

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  3. Liebe Eline, hab mir grad schmunzelnd vorgestellt, wie ich wohl schauen würd, wenn eine Joggerin mit frischem "Fang" an mir vorbeiläuft :-)
    Ist es nicht Luxus, solche Zutaten zu erhaschen.
    Ganz wunderbar hast du die Fische filetiert und ich finde, da sollte man den Geschmack pur genießen - genau so!
    Schöner Beitrag, DANKE für den Blick auf den schönen Attersee...sollte ich mir endlich mal anschauen.
    LG Evelyn

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  4. Ja das sind ja saubere Filet-Schnitte. Man sieht die Übung.

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    1. chezuli,
      Filetieren kann ich inzwischen im Schlaf. Aber nur mit einem wirklich scharfen Messer.

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  5. Solche Köstlichkeiten genießen zu dürfen ist schon ein ganz besonderes Privileg. Selbst beim Anschauen tropft mir der Zahn. Jetzt hätte ich nur noch gerne ein Foto von Deinem Filetier-Messer.

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    1. Bonjour Alsace,
      ich hab gerne eine "Beziehung" zu meinem Essen :-)
      Filetiermesser? Hab ich gar keines extra. Ich verwende das Guede Alpha Ausbeinmesser, 16 cm. Ich komm damit gut zurecht.

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    2. Das wollte ich nur wissen. Mein Lago-Fischer verwendet eine Art schmales Brotmesser und filetiert mir dann Fische mit einer unbeschreiblichen Geschwindigkeit und Perfektion, ich dachte schon, Du würdest auch ein Messer mit Wellenschliff verwenden. Das hätte mich dann schon ins Grübeln gebracht ;-)

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    3. Übung macht solche Meister, dass wahrscheinlich das Messer fast egal ist.
      Wellenschliff würde ich nicht verwenden, schon weil ich so ein Messer nicht selbst schärfen kann. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass zartes Fischfleisch nicht ausfranst, wenn es mit Wellenschliff geschniten wird.

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  6. Reinanken gehören zum Salzkammergut wie der Mai zum Frühling. Ich liebe den Traunsee, aber vom Atterseer Fischgröstl habe ich schon gehört und vom Feigerl in der American Bar auch. Letzteres ist aber schon ein paar Jahrhunderte her :-)

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  7. Frau Zii,
    ich liebe alle Seen im Salzkammergut. Am Traunsee habe ich als Kind schöne Urlaube verbracht. American Bar? Ich weiss nicht, ob es die (und Feigerl) noch gibt. Ich glaub, die "Tonne" in Unterach ist derzeit "in". Ich habe aber letztlich keine Ahnung - wir geniessen den Sundowner meist auf unserer Mole.

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  8. Ein einfaches Gericht. Und das macht es so besonders. Gemeinsam mit deiner Geschichte :-)

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    1. Ganua,
      ganz einfach, aber mit viel Sorgfalt und den besten Produkten, die ich kriegen kann, zubereitet. Sogar die Zitrone war eine besonders gute Biozitrone aus Amalfi. Das war allerdings reiner Zufall.

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  9. Die schauen wirklich genial aus! Da passt die einfach Zubereitung wirklich am besten.

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    1. Toni,
      wir haben sie auch schon roh, nur mit etwas Limettensaft, bestem Olivenoel und Salzflocken gegessen.

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