Am Sonntag fiel mir während eines Waldlaufes angesichts zartgrüner Haselnuss-Stauden ein, dass ich schon letztes Jahr eingelegte Haselnussblätter nach dem Rezept von Meinrad Neunkirchner im Kochbuch "So schmecken Wildpflanzen" machen wollte. Jetzt oder nie! Schnell waren Blätter gepflückt und in der Rückentasche des Anoraks vorsichtig verstaut. Ein Strauss Kornblumen und Margariten und frisch aufgeblühte Hollerblüten wurden auch noch mitgenommen. Gut, dass wir Mailpilze nicht essen, sonst hätte ich die schönen Exemplare, die nach den Regen der letzten Tage aus dem Boden geschossen sind, auch noch mitgenommen. Mein Jagd- und vor allem Sammel-Instinkt ist so ausgeprägt, dass ich fast immer mit irgendwas Essbarem oder schönen Blumen nach Hause komme.
Ebendort wartete bereits ein kleines Perlhuhn auf mich. Ich wollte es im Ganzen braten.
Weil die Brust sehr empfindlich ist, muss sie abgedeckt werden.
Diesmal boten sich
statt Speck oder Folie die frisch blanchierten Haselnussblätter an. Gewürzt wurde nur wenig: etwas Rosmarin, eine ungeschälte Knoblauchzehe und ein Zitronenachterl im Bauch. Salz, Pfeffer,
ein Hauch Pimenton und Olivenöl auf der Haut.
ein Hauch Pimenton und Olivenöl auf der Haut.
Der Natursaft wurde mit Geflügelfond, weissem Port und Haselnussöl abgerundet.
Erbsen-Butterreis a la meiner Mama (mit nelkengespickter halber Zwiebel gedünstet) dazu. Es war das beste Perlhuhn seit Jahren.
Passte gut!
Ach so, fast vergessen: Die restlichen Haselnussblätter habe ich blanchiert und mit Haselnussöl und Salz eingelegt. Sie kommen schon am Mittwoch in meinem nächsten Menü mit Grünspargel zum Einsatz.
Ah! Risipisi! :)
AntwortenLöschenDass man Haselnussblätter essen kann, war mir nicht klar. Irgendwann muss ich mir das Kochbuch zulegen.
Genau,
Löschenösterreichisches Risipisi ;-). Für mich ein schöne Kindheitserinnerung und ein unvergesslicher Duft: Die in reichlich Butter angeröstete halbe Zwiebel, die ich vorher mit exakt 3 Gewürznelken spicken durfte. Dann kam der Langkornreis (bei mir Basmati) dazu, etwas Hendlsuppe aus dem Topf am Herd daneben, kurz aufgekocht. Die Erbsen für das Risipisi gab ich nur widerstrebend her, schmeckten sie doch frisch aus den Schoten so gut! Sann kam der Reistopf liebevoll eingewickelt unter eine Tuchent. Bis das Hendl im Rohr fertig war.
Die Haselnussblätter schmeckten wunderbar knusprig-nussig.
Beeil dich mit dem Buch, bevor das neue heraus kommt!
;-) die ergänzen sich prächtig! aber jetzt ist wildpflanzen-hochsaison, für mich die schönste zeit im jahr, auf unser buch bezogen.
LöschenDas hört sich ja spannend an - vorallem auf das Gericht mit eingelegten Haselnussblättern bin ich neugierig!
AntwortenLöschenÜbringens - herrlich knuschprig (wie der Süddeutsche sagen würde) sind deine Schlegel!
Micha,
Löschenmanchmal kreiert der Zufall die schönsten Geschmackskombinationen.
Knusprig? Nicht ganz so knusprig wie normales Huhn. Perlhuhn hat immer eine etwas dickere Haut und zu viel Hitze verträgt das Vogerl auch nicht.
Sehr spannened!
AntwortenLöschenFanden wir beim Essen auch!
LöschenAch wie gefällt mir das gut. Und leise gemahnt es, mich intensiver mit dem schönen Buch zu beschäftigen, das natürlich auch bei mir Einzug gehalten hat.
AntwortenLöschenDie Haselnussblätter sind spannend im Hinblick auf P. als Allergiker, der Haselnüsse nun so gar nicht verträgt... Vielleicht reiche ich etwas Cortison zum Blatt, sicher ist sicher...
Hmm,
Löschenob Haselnussalergiker auch auf die Blaetter allergisch reagieren?
Ich habe keine Ahnung, wuerde es aber nicht riskieren.
soso, keine Maipilze ... ;-)
AntwortenLöschenUnd Kornblumen, wo findest du denn jetzt schon Kornblumen? Sie gehören zu meinen Lieblingsblumen, ich finde das Blau so schön. Jetzt hol ich mir aber gleich das Wildpflanzenbuch und schau wieder mal rein!
Weisst eh: wir sind Weicheier, was das Pilzrisiko betrifft.
LöschenAber schoen waren sie anzuschauen!
Der Kornbrlumenstrauss ist schon unterwegs zu dir!
Ein wundervolles Perlhuhn, da muss ich an das Foto bei Micha von grain de sel denken, so prachtvoll im Federkleid auf der Fensterbank.
AntwortenLöschenLeider geht es mir wie Astrids P.: Ich bin hochgradig allergisch gegen Haselnüsse, weiss allerdings nicht, ob sich das auch auf die Blätter bezieht. Aber testen möchte ich es nun auch nicht.
Ich finde Perlhuehner auch so schoen und pfiffig!
LöschenHabe sogar mal im Kuechentanz eine Ode an das Perlhuhn verfasst.
Liebe Eline,
AntwortenLöschendürfen wir uns denn auf das Rezept freuen, oder bleibt dies geheim?
So gerne würde ich dieses Rezept nachkochen, Donnerstag ist ja eine gute Gelegenheit einen schönen Waldspaziergang mit anschließendem Kochnachmittag zu machen ;-)
Es sieht so lecker aus, dass mir gleich das "Wasser" in die Tastatur läuft!
Grüßle
Wabbi
Wabbi, meinst du das Perlhuhn? Dafür habe ich kein Rezept. Die Würzung habe ich oben beschrieben, die Zutaten zur Sauce auch. Das Perlhuhn bei 160 Grad langsam braten und oft begiessen. Keine Hexerei.
LöschenDie eingelegten Haselnussblätter werden blanchiert, trockengetupft und mit Salz und Haselnnussöl in Gläser geschichtet und im Kühlschrank aufbewahrt.
Liebe Eline,
AntwortenLöschenja das Perlhuhn habe ich gemeint ;-)
Ganz lieben Dank für die Kurzanleitung, das ist auch vollkommen ausreichend für mich. Nur vielleicht noch wie lange in etwa das Perlhuhn im Ofen braucht?
1000 DANK
Wabbi,
Löschendas kommt auf die Grösse an. Meines war gerade mal 900 g schwer und jung und zart. Es war in 60 Minuten fertig. Für ein grosses Perlhuhn mit 1,5 kg brauchst du schon fast 2 Stunden. Heize das Backrohr auf 180 Grad vor, lege das zimmerwarme Perlhuhn in Seitenlage in eine kleine Kasserole mit 1 cm hoch heissem Geflügelfond oder Wasser, ein paar Butterflocken drauf und 30 Minuten bei 180 Grad braten (1 x umdrehen). Dann die Hitze auf 160 Grad reduzieren und ab und zu das Huhn mit dem Saft begiessen. Wenn sich die Haxerl beim Drehen an den Knochen im Gelenk bewegen lassen, ist das Huhn fertig. 20 Min leicht warm im offenen Rohr rasten lassen vor dem Tranchieren.
Jaja, Eline und ihre Sammelleidenschaft :o)
AntwortenLöschenVor kurzem hab ich das noch bewundernd beschrieben und jetzt schon wieder.
schöne Idee mit den Blättern.
Suse,
Löschendie Sammelleidenschaft ist halt im Frühling besonders ausgeprägt, ich glaube, das ist hormonell bedingt: Nester lbauen und Nachwuchs füttern und so ..... ;-)
Das klingt ja richtig spannend, wobei ich nur eine ungefähr Ahnung habe, wie diese Blätter schmecken könnten. Ansonsten: Wie immer sehr fein.
AntwortenLöschenchezuli,
Löschendie Blaetter schmeckten roh einfach nur gruen, blanchiert wie angenehm nussiger Spinat. Mit dem Huhitgebraten und von Fond und Geschmack durchdrungen sowie leicht knusprig waren sie sehr fein. Wie sie eingelegt schmecken, werde ich morgen bei meinem Menue erfahren.
Hmmm, das sieht wahnsinnig gut aus... Ich hab ja auch so eine Sammelleidenschaft ... Und jetzt grad voll Stress, weil so viel auf einmal wächst!
AntwortenLöschenIch freu mich schon auf die erten Walderdbeeren. Die bluehen grad so reichlich.
LöschenO wie verlockend sind diese Fotos! Mir rinnt das Wasser im Mund zusammen! Ich war einige Jahre in Paris und hab dort des öfteren ein Perlhuhn gebraten. Hier in Linz hab ich allerdings noch nie eines gefunden, leider.
AntwortenLöschenIch lese sehr gerne bei dir und hole mir immer wieder Anregungen. Vielen Dank für deine Rezepte und die verführerischen Bilder.
Liebe Grüße - Ingrid
Freut mich, liebe Ingrid, wenn du bei mir im Kuechentanz vorbei schaust!
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