Kukuruzlaibchen mit gerösteten Poblanos - ein Improvisationserfolg

 Die Kukuruzlaibchen sollen schön locker, innen saftig und aussen knusprig sein. Die Poblanos dürfen mit Rauchgeschmack und fruchtiger Schärfe beeindrucken.

Poblanoschwemme und Lust auf ein scharfes Gemüsegericht? Passt.
Wieder gefüllte Poblanos wie hier oder hier? Ja, aber statt mit Polenta oder Faschiertem mit frischem Kukuruz (Mais) und Erdäpfeln. Während ich rote und grüne Poblanos in der Eisenpfanne röstete, schnitt ich die saftigen Körner von wunderbar frischen Zuckermaiskolben. Was für ein Duft! Ein gut abgetropfter und in einem Tuch ausgepresster Büffelmozzarella musste als Ersatz für mexikanischen Quesillo de Oaxaca dienen. Nachdem ich die Zutaten für eine Fülle locker vermengt hatte, schälte ich die Poblanos. Sie sind durch das Rösten sehr weich und dadurch flach geworden und eigneten sich nicht mehr zum Füllen. Da hatte ich die Idee, aus der Füllmasse kleine Laibchen zu braten und die Poblanos in Streifen geschnitten und in Butter geschwenkt als Beilage zu servieren.
Das Ergebnis war beeindruckend gut. Eines der besten Alltags-Gemüsegerichte, das ich je gemacht habe. Und laut H schwerste Konkurrenz zu Fleischlaiberln!

Sommerbuch und Sommerbowle 2011


Literarisch, politisch, beeindruckend. Das Südtirol der geborenen Meranerin Sabine Gruber  ist ein anderes als meines: düsterer, karger, enger und engstirniger. Vielleicht fand ich Stillbach aufgrund des anderen Blickes so spannend.


Hier lese ich im Sommer am liebsten, auch wenn mich die Aussicht oft ablenkt. Aber es herrscht hier am Fuss der Bergwand angenehmstes Naturklima. Auf dieser schönen Waldwiese hinter dem Haus und ganz nah beim See habe ich auch einen der besten Sommerdrinks genossen, der aus "Not" entstanden ist. H hatte einen Rose-Champagner serviert, der mir zu trocken erschien. Ich hatte eine gut gekühlte, frische und perfekt gereifte Wassermelone auf den Tisch gestellt. Ich gab probeweise in mein Champagnerglas einige der Melonenwürfel und kostete nach ca. 5 Minuten. Das war bei 34 Grad im Schatten eine wunderbar einfache Wassermelonenbowle, die weder Zucker noch Spirituosen oder Gewürze als Zutaten benötigte. Sie schmeckte mir viel besser als andere Melonenbowlen aus Honig- oder Zuckermelonen. Nächstes Jahr wird es die Wassermelonenbowle wieder geben, mit einem feiner Rose-Winzersekt. Champagner war eindeutig overdone, aber geschadet hat er auch nicht! 



Regionale Kostbarkeit - Artischocken aus Eferding

mindestens ein mal im jahr esse ich artischocken, bis ich nicht mehr kann. und das ist jetzt, wenn die artischocken aus eferding verfügbar sind. bei artischocken ist die frische besonders wichtig, da sie leicht fasrig werden, wenn sie zu lange lagern. natürlich mag ich die sardischen, kleinen violetten schönheiten sehr. aber unsere weniger schönen, graugrünen land-beauties sind auch nicht zu verachten. und vor allem knackfrisch vom feld.

mit viel zuwendung zubereitetes artischocken-grestl*. alle zutaten (bis auf zitronen, olivenöl und manche gewürze) sind aus der näheren umgebung


* ein grestl ist auf oberösterreichisch das, was in tirol ein gröschtl ist: geröstetes, nicht mehr und nicht weniger.


Kramuri - kleine Sommerfrischen-Zwischenbilanz


tussi-teller * griechischer salat  *  feldgurkensalat, sauerrahm * kalte gurkensuppe * reinanken im ganzen gebraten, wiesenkräutererdäpfel * reinankenfilets, erdäpfelpüree, korianderbutter * räucherfischcreme-canapes * spiegeleier mit und ohne speck * gamswürschtl, bergkas, essiggurkerl * almarahm-eckerl, knäckebrot, harte eier * nuri-sardinen, rührei * ofentomaten in basilikumöl, schafsfrischkäse * jungzwiebel-paprika-frittatta * bergkäseomelett * spaghetti,  salbeibutter, haselnüsse * buccatini, hirschwurst, pignoli, peri peri  * ragout vom atterseelamm, penne * karottenrisotto * tomatenrisotto, wildhuhnbrust * stierhüfernes, bratkartoffel, chilisalsa * foccaccia mit rosmarin * wachauer laibchen *gordon ramsays zitronenkuchen * haselnusstörtchen * anzac -australische militärkekse*  shortbread * porridge, obers, brauner zucker, zimt * topfencreme, früchte * obstsalat

Kochbuchfrust beendet


Ich habe mich hier ja schön öfter ausgejammert, dass ich keine Kochbücher mehr entdecke, die mich begeistern und zum Kauf verführen können. Da ich sowieso fast nie nach Rezepten koche, sind mir neue Bücher auch nicht wirklich abgegangen. Doch ich brauchte für diesen Sommer neue Ideen für vegetarische, einfache Gerichte, die ich in meiner kleinen Ferienküche zubereiten kann und die nicht zu viele Zutaten benötigen. Dieses dicke Buch mit hässlichem Cover, ohne Fotos und ganz ungestylt hat meinen Kochbuchfrust beendet. Ich kann darin schmökern, wie in einem Roman, und mir aus den 600 verschiedenen Rezepten aus 45 Ländern Anregungen für Gerichte, wie den folgenden Curry holen. Die Rezepturen sind sehr einfach, manchmal ein bisschen zu amerikanisch. Aber für mich ist das eine begeisternde internationale Enzyklopedie von vegetarischen Gerichten ganz ohne Ideologie.


Rot-Weiss-Rot - ganz unpatriotisch


Tomatenquiche - auf die Schnelle
Zutaten für 1 Quiche mit 24 cm DM:
ca. 250 g Topfenblätterteig für einen 2 mm dicken Boden

Ofentomaten:
ca. 500 g vollreife, kleine Biotomaten (so bleibt ein Glas davon als Vorrat übrig)
etwas Olivenöl und Tomatenbalsamico

Belag:
200 g Bio-Feta, gewässert, gewürfelt
1 EL Olivenöl
1 Bund Jungzwiebel mit Grün, in Scheiben geschnitten
80 g Creme Fraiche
2 Eier
4 EL geriebener Ricotta Salata oder ähnlicher Käse
1 kleine, rote, gehackte Chilischote
frisches Basilikum, gezupft
Salzflocken, wenn nötig

Fischers Fritz fischt frische Fische

"Mein" Fischer kommt zurück von seinen Netzen. Morgenritual mit lässiger Begrüssung durch Handheben und anschliessendem, kleinen Tratscherl. Ich lerne viel: über Kaul- und Sonnenbarsche, die in diesem See leider nur untermassig sind, weil sie so schnell von grossen Raubfischen gefressen werden. Über die Aitel, die alles frisst, was ihr vor das Maul kommt und daher von Fischer die "Seesau" genannt und von ihm mit Fischbeuschel gefüttert wird. Das erklärt den grossen Schwarm dieser goldschimmernden Fische, der täglich beim Bootshaus zu beobachten ist. Am Schluss, wenn die Zille vertaut ist, die entscheidende Frage: Reinanken, Seesaiblinge oder nix? 
Trotz Vollmond ("Waun der schaind, faung i nix!") gab es in den letzten Tagen immer reichlich Wildfisch am Teller, frisch gebraten oder geräuchert.
Trotz Haubentaucher, die morgens und abends unermüdlich fischen. Trotz der neunköpfigen, weiblichen  Gänsesäger-Flotte, die innerhalb von Minuten in einem atemberaubenden Angriff fast alle Lauberl gefressen hat. Freund H. und ich haben diesen blitzschnellen Beutezug beobachtet und waren zu verblüfft, um die Handies zu zücken und zu fotographieren. Innerhalb von zwei, drei Minuten haben die geschickten Entendamen alles verschlungen, was nicht schnell genug ihren Schnäbeln auswich.

Zu  gebratenen Reinanken vom Nachbarn mögen wir derzeit besonders diesen Riesling von Felix Peters, gekauft ebenfalls beim (anderen) Nachbarn

Sommer-Wochenende in der Stadt

Die Linzer machen Urlaub. Die Stadt ist idyllisch leer. Bis auf Touristen und die sind angesichts des überraschend lauen Sommerabends sehr gut gelaunt. Nach mehreren Wochenenden am See streunen wir durch die Stadt und entdecken Neues, wie wenn wir selbst Touristen wären. Ein junger Mann hat in der Altstadt einen unglaublich schönen und gut sortierten Whisky-Rum-Champagner-Laden eröffnet und ist stolz, uns seine Kostbarkeiten verkosten zu lassen. Wir kaufen. Der abendliche Besuch in der Lieblingsbar entwickelt sich zu einem fast privaten Treffen mit Freunden mit traumhaft guten Steaks, viel Wein und Gelächter. Wir bringen unsere beiden kostbaren Whiskyflaschen trotz leichter Schwankungen um Mitternacht heil über die Donaubrücke nach Hause. Die für den nächsten Vormittag geplante Schwammerljagd im  Mühlviertel fällt aufgrund von Langschläferei und ausgedehntem Katerfrühstück aus. Egal: Küchenschabe und Gemüsedealer sagen, es gibt eh noch keine Steinpilze. 

Das Abendessen wird ein leichtes und spontanes: 
Tomatenrisotto mit kleinen Heilbuttstücken in Kräuterkruste

 Und als Dessert ein schnell gerührtes  Sauerrahmeis mit Thymian, Nektarinen und Mandelgebäck

Poblanos - wahre Liebe muss reifen

 Gefüllte Poblanos mit Maisbrei und Käse

Letztes Jahr waren sie Mitte Oktober noch dunkelgrün und leicht bitter, wie man hier in Bild und Rezept sehen kann. Dieses Jahr habe ich die ersten roten Exemplare Mitte Juli geerntet. Und jetzt komme ich mit dem Pflücken und Verwerten kaum nach. 

Mahlzeit! Österreichische Foodblogs gesucht


Foodblogs boomen international. Wie sieht es in Österreich aus? "Österreich köchelt vor sich hin", meint dieser Artikel. Stimmt, österreichische Blogs, die sich besonders mit ihrer Region beschäftigen und über den Tellerrrand eines reinen Rezepteblogs hinaussehen, sind eine rare Spezies - oder doch nicht? Ich kann die mir bekannten an einer Hand aufzählen. Und Blogs werden in Österreich viel weniger wahrgenommen und in anderen Medien zitiert als in Deutschland oder in der Schweiz.  
katha von esskultur hatte die Idee, österreichische Foodblogs über einen Aufruf zu sammeln und besonders lesenswerte als subjektive Liste zu veröffentlichen. Es gibt keinen Award, nicht einmal ein Blumentopf ist zu gewinnen. Aber vielleicht stossen wir auf Foodblogs, von deren Existenz wir keine Ahnung hatten? Und vielleicht können wir was dazu beitragen, dass österreichische Foodblogs besser wahrgenommen werden.

Wer hat das ausgeheckt?  
Drei Bloggerinnen aus Österreich mit besonderem Bezug zu Regionalität:
katha aus Wien - esskultur
Ellja aus Linz - 2 steps away from paradise
Eline aus Linz - Küchentanz 



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