Küchenparforce


Beiried, Vogerlsalat- und Rotwein-Sauce
Herbst-Erdäpfel mit Senf

Wenn ich nicht gesund genug für Freiluftaktivitäten bin, aber doch nicht krank genug fürs Betthüten, dann bin ich grantig wie der legendäre Hans Moser. Ausser ich werkle in der Küche herum, dann hat H. auch wieder Freude an mir: nach einem Küchenparforce bin ich besser gelaunt und als Ergebnis der Werkelei gibt es Ordnung in den Schränken und was nicht Alltägliches  zum Essen und Trinken. 
Ich stehe mit diesen Symptomen ausgeprägter Kochverrücktheit nicht allein da. Wer einen besonders schweren Fall kennenlernen will, sollte bei Martin von kochessenz den vergnüglichen Artikel Housekeeping lesen.

Am Staatsfeiertag regnete es. Ich kochte nach dem Frühstück Apfelmus aus Bio-Topas, einer meiner liebsten Apfelsorten. 


Zum Apfelmus passt Topfen-Mohn-Schmarrn 


Also hab ich Topfen entwässert, Mohn geröstet und gemörsert und den Teig vorbereitet. Dann "clearte" ich den Tiefkühlschrank, was einen grossen Topf voll Rindfleischfond am Herd zur Folge hatte und 2 schöne Beiriedschnitten zum Vorschein brachte.  Für den Fond brauchte ich Suppengemüse. Ein Anlass, um alle übrigen, nicht mehr so knackigen Wurzelgemüse aus dem Vorrat klein zu hacken und als Suppengemüse portionsweise einzufrieren. Der Fond röstete und köchelte vor sich hin, war nach einigen Stunden fertig, wurde portioniert und gekühlt, bis er im inzwischen sauberen Tiefkühler landete. Bis auf den Teil, den ich mit Rotwein und Balsamico zu einer Sauce zu den schon erwähnten Beiriedschnitten reduzierte. 


Man sieht es nicht, aber man riecht und schmeckt es: 
der 2. von links war der beste Pfeffer

Bei der Arbeit an der Sauce benötigte ich schwarzen Pfeffer. Ich wollte schon lange mal meine schwarzen Pfeffersorten querverkosten. also habe ich alle vier Sorten als ganze Körner in Schälchen gelegt, diese beäugt, daran geschnüffelt, sie zwischen den Fingern gerollt und bewertet. Dann habe ich die Körner gemörstert und wieder gerochen und gekostet. Auch H. wurde einbezogen, er machte einen Blindtest. Fazit: alle Pfeffer waren hochwertig und gut. Aber herausragend war dieser schwarze Urwaldpfeffer von Spice for Life, auch H. im Blindtest kam zu diesem Ergebnis.  Was für ein unglaublich dichtes Aroma, geradezu Pfefferparfüm! ich hätte nicht gedacht, dass die preislich alle in einer Liga spielenden Pfeffer so unterschiedlich duften und schmecken würden.
Zum Beiried (mit dem guten Urwaldpfeffer) wollte ich neben der konzentrierten Rotwein-Balsamico-Sauce eine grüne Sauce aus Vogerlsalat machen. Und britisch inspirierte Herbst-Erdäpfel: das sind grob gestampfte, mehlige Erdäpfel mit Wurzelgemüsewürfeln, grobem Senf und  gehacktem Endiviensalat, der roh in die heisse Masse gemischt wird. Doch vorher gab es zur Belohnung ein Köchinnen-Pils.Dann ging es weiter in der Küche. Anlässlich des Pfeffertests räumte ich meine Gewürzladen um, stellte fest, was alles nachgekauft werden muss und schrieb eine Bestellliste. Dann wurden die Salate geputzt, Erdäpfel geschält und gekocht,  die Saucen püriert und montiert, das Fleisch gebraten, die Herbst-Erdäpfel fertiggestellt und der von H. dekantierte Wunderbar-Wein verkostet.




Mein Stimmungsbarometer war inzwischen ganz auf Hoch, der Tiefkühlschrank geordnet, die Gewürze sortiert, der Tisch gedeckt, das Essen fertig. Schön wars!

Kommentare:

  1. Liest sich entspannend; ich hoffe, das war es für Dich auch.

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  2. Das klingt nach einem Tag mit Ausschlag in “Perfekt-Regionen”!

    Und dass auch der Wein in der Wunderbar- Liga spielt, ist insofern besonders erfreulich, als dass ich zufällig auch noch davon im Keller habe. Wie ist denn die Entwicklungsprognose?

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  3. Ja, Hesting, sehr entspannend - wie eine Stunde Yoga :-)).

    Gottfried,
    na ja, der Schmarrn war in der Mitte etwas angebrannt, soviel zur Annaeherung an Perfektion.
    Der Rabaja hat sich in den letzten 6 Monaten erstaunlich schnell entwickelt. War er im Fruehjar noch sehr jugendlich, schmeckte er diesmal schon weicher und sehr elegant - burgundisch. Zwei Jahre geb ich ihm noch auf diesem Niveau oder sogar noch besser.Ab 8 Jahren finde ich Barbaresco schon problematisch. Aber das ist Geschmacksache.

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  4. herrlich so ein Tag und so viel Ordnung... geniesse den guten Tropfen und lass es Dir gut gehen! Als ich vor 2 Wochen kränklich war habe ich auch einen Koller bekommen und geräumt, sortiert und geputzt.... Ja jetzt wo ich lese das Du Deine Gewürze aufgefüllt hast... machst Du mir Lust am Wochenende zu shoppen... Bin gerade von der Host in Milano zurück und habe mich schon etwas im Peck ausgetobt.. aber dageht noch was.... ich wünsche Dir ein zauberhaftes Wochenende

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  5. Also deinen Bericht muss ich morgen nochmals lesen, soviel Informationen enthält er.
    Und schön, dass es dir wieder besser geht und die Erkältung/Grippe überwunden ist! Dein Aktivitäts-Barometer ist jedenfalls schon beachtlich;)

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  6. ...nicht nur das Stimmungsbarometer;)

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  7. Hallo Eline, schön, wenn man nicht alleine ist ;)
    Ist es nicht wundervoll, den ganzen Tag so im "Flow" zu sein? Bei mit waren es nun ein paar verschniefte Tage, so produktiv wie selten. Lebensbalsam :)

    Martin

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  8. Cherry Blossom,
    im Peck wuerde ich mich auch austoben !
    Du machst das also auch, wenn du krank bist - Sin dwir also doch mehr von dieser Sorte.

    Birgit,
    war heute erstmals wieder am Berg, auch wenns nur der Hausberg war - was fuer ein gutes Gefuehl!

    Martin,
    Flow klingt gleich viel besser als Anfall :-)

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  9. Hsllo Eline,
    schön, dass es dir wieder etwas besser geht! Wie hat denn der Kampot-Pfeffer bei deiner Verkostung abgeschnitten?

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  10. Küchenschabe,
    ich schick dir eine Email ( ich möchte meine ganz subjektive Reihung nicht hier veröffentlichen, denn ich möchte keinem der kleinen und engagierten Gewürz- Produzenten schaden, letztlich waren alle vier Pfeffer aus der Oberliga).

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