Esterhazy-Rostbraten mit Nockerl, das war als Kind eines meiner liebsten Fleischgerichte. Das Fleisch war Nebensache, aber die kleinen Nockerl und die sämige Sauce, das war ein Gedicht. Für den letzten Sonntag, der als kalt und verregnet prognostiziert war, habe ich einen Kavalierspitz auf Esterhazy-Art, im Ganzen geschmort, geplant. Der Föhn hat sich dann überraschend lange gegen die Kaltfront gewehrt und ich hatte an einem warmen Spätsommertag einen Braten im Rohr. Bis dieser langsam fertig geschmort war, passte aber dann auch das Wetter, es war kalt, windig, nass und grau.
Esterhazy-Garnitur: mit dem Messer fein geschnittene Wurzeljulienne, blanchiert und in Butter geschwenkt. Kavalierspitz ist Vorderes vom Rind, liegt unter dem Schulterblatt und eignet sich bestens als Braten, obwohl er meist gekocht wird. Das Fleisch ist mager, aber kurzfaserig und saftig.
Kavalierspitz auf Esterhazy-Art
(frei nach meiner Mutter und die wiederum kochte ihn frei nach dem Grossen Sacher Kochbuch von Franz Maier-Bruck)
Zutaten für 4 Portionen Hauptgericht:
1 Kavalierspitz, zimmertemperiert
Salz
Bratöl
200 g grob geschnittenes Wurzelwerk (Karotte, Knollensellerie, Petersilienwurzel)
150 g grob geschnittene Gemüsezwiebel
1 Knoblauchzehe
2 Lorbeerblätter
2 Zweige Thymian
1 TL schwarze Pfefferkörner
125 ml Weisswein
250 ml Rindssuppe
125 ml Sauerrahm
1 EL milder, nicht süsser Senf
2 EL gespülte und gehackte Salzkapern
Esterhazy-Garnitur:
ca. 300 g Julienne von Lauch, Karotte, gelbe Rübe, Knollensellerie, blanchiert
2 EL Butter
Zubereitung:
Fleisch salzen und in einem schweren Topf (mit gut schliessendem, hitzebeständigen Deckel) rundum in Öl braun anbraten, heraus nehmen. Wurzelwerk und Zwiebel gut durchrösten, mit Wein deglacieren. Suppe, Fleisch und Gewürze dazu. Zugedeckt im Backrohr bei 160 - 170 Grad ca. 2 Stunden schmoren, je naach Fleischqualität. Wenn die Sauce das Fleisch nicht ganz bedeckt, da Fleisch öfter mal wenden. Wenn das Fleisch weich, aber nicht zu weich ist, heraus nehmen, warm stellen. Die Sauce durch ein Sieb passieren und mit Rahm und Senf binden, Kapern dazu geben. Da Fleisch wieder einlegen und noch ca. 15 min mit wenig Hitze ziehen lassen. In dieser Zeit die Garnitur in Butter schwenken. Mit Nockerln, feinen Eiernudeln oder Semmelknödeln servieren.
H. holte einen Bordeaux aus der Schatztruhe (2005 Smith Haut Lafitte), der war dazu genau richtig.

ach, wenn ich doch nur die Pasta so schön auf dem Teller arrangieren könnte...
AntwortenLöschendann würde ich zur Belohnung auch so ein köstliches Schlückchen zu mir nehmen ;-)
Ti saluto Ticino,
AntwortenLöschendas ist einfacher, als die Sauce halbwegs adrett auf den Teller zu bringen. Nimm eine Fleischgabel (mit 2 langen Zinken), stelle sie leicht schräg in den Topf mit der Pasta und drehe die Gabel und ziehe sie während des Drehens heraus. Dann kannst du die Nudeln entweder senkrecht als Türmchen oder schräg (wie hier) auf den Teller bringen.
Vielen Dank, liebe Eline, ich werde es nach Deiner Anleitung nochmals probieren.
AntwortenLöschenaber ich vermisse die Nockerl ;-)
AntwortenLöschenEllja,
AntwortenLöschenich auch ein bisschen ;-)
so ein schönes Einstiegsfoto, das feingeschnittene Wurzelgemüse schaut zum Anbeissen aus. Keine AF-Tage mehr, wie ich lesen kann ;-).
AntwortenLöschenUnd hast du dich mit den Nockerl nicht durchsetzen können? ;-)
Küchenschabe,
AntwortenLöschenAF-Tage gibt es jede Woche mindestens 3. Aber keinesfalls nächsten Freitag ;-)
Das mit den Nockerl oder Nudeln war eine demokratische Abstimmung.
Ist das nicht schön, wenn das Wetter sich nach dem richtet,w as man kocht und nicht umgekehrt? :o)
AntwortenLöschenIch werd mal meinen Schlachter fragen, ob er dieses Kavalierspitz auch kenn, vll. unter anderem Namen.
Was für Nockerl gabs denn dazu?
suse,
AntwortenLöschenNockerl gibt es erst im Winter ;-)
wie immer klasse.
AntwortenLöschenchezuli,
AntwortenLöschendanke, danke. Derzeit ist es beiuns so schön spätsommerlich, dass ich mir derartige Gerichte gar nicht am Teller vorstellen kann.