Grillhendl mit Gurkensalat




Klingt nach österreichischem Proviant für einen Familien-Badeausflug - gemeint ist aber ein würziges, indonesisches Grillhuhn mit zwei Saucen und überaus erfrischendem Gurkensalat.
Asiatisch gegrilltes Geflügel habe ich schon in vielen Varianten vorgestellt, ebenso Chili- und Erdnusssauce. Heute, an diesem angenehm warmen Sommertag, ist der Gurkensalat der Star. Jetzt gibt es knackige Bio-Feldgurken, die sind genau richtig für dieses simple und leichte Rezept:





Asiatischer Gurkensalat
Zutaten für 2 Beilagenportionen:

1 grosse Feldgurke, entkernt, geschält, gewürfelt
1 Jungzwiebel, in Ringe geschnitten
1 TL Palmzucker, fein gemörsert
2 EL milder Reis- oder Kokosessig
1 kleine rote Chilischote, entkernt, gehackt
etwas gehackter Galgant oder Ingwer
Salz 

Etwas aufwändigerer: indonesischer Fruchtsalat mit 
Gurken, Mangos, Ananas und pikant-scharfer Marinade
(fremdgekocht und fotografiert von B.R.)

Rose Kemp und Gurkensandwiches

Gurkensandwiches: Inbegriff von Understatement
Jutta Lorbeerkrone hat mir mit ihren schönen Tramezzini eines meiner Standard-Sommerabend-Gerichte in Erinnerung gebracht. Wobei "Gericht" schon fast zu viel der Ehre für so ein simples Gurkensandwich ist. Cucumber Sandwiches gehören zum alten England, wie die gin-seelig lächelnde Queen Mum oder Malzessig. Gute Hotels und Cafes servieren diese kleinen, unscheinbaren Schnittchen immer noch als Bestandteil des Afternoon Teas. Sie können ganz elendig schmecken, wenn sie älter als 10 Minuten oder aus wässrigen, faden Gurken sind. 
Wir lieben sie, wenn sie frisch und aus besten Zutaten sind. Auch als sommerlichen, kleinen Abendimbiss. Zweifler möchte ich mit einer Anekdote bekehren: 
In einem Ferienhaus am See waren für einige hungrige Leute kaum mehr Vorräte vorhanden. Es fanden sich noch 2 Kasten Tostbrot, eine Tube Mayonaise und 2 Feldgurken. Ich schlug vor, Gurkensandwiches zu machen. Fast alle, vor allem die Männer, verzogen das Gesicht. Aber die schnell produzierten Türme der kleinen, dreieckigen Doppeldecker waren schnell gegessen. Und alle waren überrascht, wie gut das schmeckte. In dieses Haus wurde ich in Folge immer unter der Voraussetzung eingeladen, dass ich Gurkensandwiches produzierte, in Folge mit selbstgemachter Mayonaise.


"Rezept":   
Qualität spielt bei dieser simplen Kombination eine besonders grosse Rolle. Man nehme:
frisches, weisses Sandwichbrot
selbstgemachte Mayonaise (mit wenig Säure, ohne Senf, aber kräftig gesalzen)
etwas Creme Fraiche oder Sauerrahm
frische, entkernte Bio-Feldgurken
Skeptiker können etwas Kresse dazu geben, das ist aber nicht so schön puristisch im Geschmack. (Lieber extra Kresse-Eier-Sandwiches produzieren, die sind auch ein schöner Klassiker zum Tee ...)
Toastbrot in ca. 7 mm Scheiben schneiden, je eine Scheibe mit einer Mischung aus Mayonaise und Creme Fraiche bestreichen. Feldgurken in ca. 2 mm Scheiben hobeln. 1. Toastscheibe belegen, 2. Toastscheibe mit der bestrichenen Seite drauf, leicht zusammendrücken, Rinde wegschneiden, in kleine Dreiecke portionieren. Schnell servieren und zu gutem Tee geniessen!

Ich freue mich heute auf einen Abend mit Gurkensandwich, Darjeeling, frischem Erdbeersorbet, Scrabble, ... Und schwermütige Musik von Rose Kemp. Kann sich noch jemand an die für mich unsäglichen Steeleye Span erinnern, so eine britische Hippie-Folk-Rock-Band ("All around my hat")? Rose Kemp hat als Tochter der Gründer dieser Band zwar manche Folk-Gene geerbt, ist aber viel schräger.
Have a nice weekend!



Sommerfrische 3 - Terrassien + Nachlese

Nachlese zum gestrigen Abend: Es wurde letztlich Lammschaschlik, mariniert in Olivenöl, scharfem Pimenton de la Vera, Bergbohnenkraut, Knoblauch und .... W-Sauce. Die muss bei mir für Gegrilltes unbedingt sein, nicht sehr authentisch, aber gut  ;-). lamiacucina würde Lammspiesschen dazu sagen. 
Zu einer Partie Scrabble (ja, T., das glaubst du nicht, wir trainieren!) gönnten wir und dann noch den folgenden Wein. Er war gut. Aber wir waren uns einig: wir haben beide eine "Bordeauxkrise". Das erspart uns bei den völlig abgehobenen Subskriptionspreisen für 2009 eine Menge Geld!






Schaschlik mit Lamm, Huhn, Paprika und Zwiebel (Archiv)

Der Sommer zeigt sich dieses Jahr immer nur sehr kurz. Da muss man ihn packen, wenn er vorbei huscht. Und so setzte ich meine Etappen-Sommerfrische heute abend nach dem Büro fort. Die eigene kleine Dachterrasse ist das naheliegende Ziel von Sommerfrische 3. Es wird Schaschlik - wie oben abgebildet  - geben und dazu Chili-Tomaten-Sauce aus der Vorjahresproduktion - das letzte Glas, leider!

Warten auf die Schaschliks 
Kocht dieses Balkan-Grill-Gericht der 70er Jahre ausser mir und meinen Nachbarn vom Balkan überhaupt noch jemand?


Noch sind die Chilies, die sich mit unendlicher Tapferkeit gegen Dauer-Eismänner und mindestens drei Schafskälten mit Stürmen und Dauerregen behauptet haben, nicht so dominant, dass wir keinen Platz mehr hätten.

Und die ersten richtig guten Kirschen als Dessert!


Nachsatz für AT und Toni:
Heute gibt es Bier!

Alltagsküche: Spinatcannelloni mit Gruyere, Salbei, Speck

Saftige und würzige Spinatcannelloni

Passend zu Lamiacucinas Würdigung des Sbrinz als Alternative zu Parmesan, gab es gestern abend selbstgemachte Pasta, überbacken mit höhlengereiftem Gruyere. Ein Sbrinz hätte da auch sehr gut gepasst.

Statt Bechamel: Gruyere, Schafstopfen, Salbei, Wollschwein-Speck


Zutaten für 2 Personen:
6 Nudelblätter (10 x 10 cm), blanchiert, geölt
Für die Form:
1 EL Olivenöl
2 EL Wasser oder Suppe
ca. 10 Datteltomaten, in dünne Scheiben geschnitten
Grün einer Jungzwiebel, in dünne Scheiben geschnitten


Fülle:
400 g  Blattspinat, blanchiert, gehackt, ausgedrückt
1 EL Olivenöl
1 Jungzwiebel, weiss, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
Salz
schwarzer Pfeffer
Muskat
ca. 60 g Schafstopfen oder milder Schafsfrischkäse


Zum Gratinieren:
80 g reifer Gruyere (oder Sbrinz, Montasio, Bra, österr. Bergkäse), grob gerieben
1 Handvoll frische Salbeiblätter, gehackt
20 g geräucherter Speck, in Streifen geschnitten


Zubereitung:
Für die Fülle Zwiebel und Knoblauch in Öl in einer grossen Pfanne leicht anschwitzen und weich werden lassen. Den ausgedrückten Spinat und die Gewürze zugeben. Kurz zusammen garen. Erkalten lassen. Den Schafstopfen (-käse) grob zerbröseln und leicht untermischen. Backrohr auf 180 Grad vorheizen.
Eine Backform mit Öl ausstreichen, Tomaten, Suppe, Zwiebelgrün darin verteilen. Die Nudelblätter füllen und zusammenrollen. In die Form auf das Tomaten-Zwiebel-Beet schichten, Käse, Salbei und Speck darüber streuen. Ca. 15 Minuten backen.


Wein: nach ein paar Tagen ohne Wein schmeckte der 2008 Riesling Altenberg von Van Volxem besonders gut dazu. Das war dann nicht mehr alltäglich und passte zur Sommerfrischelaune

Sommerfrische 2 - Donaustrand

Unser Donaustrand - fast vor der Haustüre (Archivfoto) 

Derzeit ist es leider aufgrund von Hochwasser zu gefährlich zum Schwimmen. Ich hoffe aber, dass in den nächsten Tagen der Wasserstand sinkt, und ein erfrischenden Morgenbad nach dem Laufen endlich wieder möglich wird!

Da haben wir den Salat ...

Karottensalat mit Lamm, Oliven, Zitrusvinaigrette

"Und wie fühlt sich H. beim Tussi-Teller?", wurde ich gestern gefragt. 
Er fühlt sich so gut dabei, dass er sich jeden Tag Salat, Salat, Salat wünscht. Da bemüht man sich unter Aufbietung aller psychologischen Raffinesse (man will ja nicht mutti-mässig auftreten a la "Vati, Salat ist gut für dein Cholesterin"). Also, da bemüht man sich seit vielen Jahren mit bescheidenem Erfolg, einem Carnivoren Gemüse und Grünzeugs unterzujubeln, und dann - einfach so - Salat, Salat, Salat. Dein Mann, das unbekannte Wesen. Da ICH inzwischen schon genug von täglichem Grünzeugs habe, gab es gestern abend einen tunesischen Karottensalat und dazu ein zart gegartes Stück Lammkeule. Damit waren wir beide glücklich.


Tunesischer Karottensalat 
Zutaten für 2 grosse Portionen:


400 g junge Bio-Karotten
2 Jungzwiebeln, ohne Grün
1 Zehe Knoblauch
2 EL mildes Olivenöl
150 ml Gemüse- oder Hühnersuppe
1 gestrichener TL Harissa


Gewürze zum Mörsern:
1/2 TL Korianderkörner
1 MSP Safran 
1 MSP Kurkuma
1 MSP Galgant
1 MSP Ingwer
1 EL Zucker
etwas Salz & schwarzer Pfeffer


Zitrusvinaigrette:
5 EL Karottenfond
Saft einer kleinen Bio-Zitrone
1/2 Salzzitrone (fein gehackt)
2 EL Jungzwiebelgrün, gehackt
1 kleine rote oder gelbe Chilischote gehackt
2 EL mildes Olivenöl


Garnitur:
geröstete Pignoli (Pinienkerne) oder Mandeln
gehackte, getrocknete Oliven
viel frische Minze und Petersilie 


Zubereitung:
Karotten bürsten, in Scheiben schneiden. Zwiebel und Knoblauch hacken. Gewürze mit Zucker fein mörsern. Karotten in einer breiten Pfanne (Wok) in Olivenöl kurz anschwitzen. Knoblauch und Zwiebeln zugeben. Mit Suppe aufgiessen, Gewürzmischung und Harissa zugeben, reduzieren lassen. 5 EL dieses Fonds für Zitrusvinaigrette abzweigen, mit den restlichen Zutaten vermengen. Dann die Karottenmischung mit etwas mehr Hitze kurz leicht karamellisieren. Salzen, pfeffern, mit Vinaigrette vermischen. Zimmerwarm servieren.  


Einen etwas schnelleren lauwarmen Karottensalat gibt es bei Man kann's essen - schön für Grillereien.

Tussi-Teller, Sommerfrische und Raz el Hanout





Kleines Sommerabendglück: 
Im Lieblingsbeisl auf der Gasse sitzen wie in Süditalien. Vorbei flanierende, gut gelaunte, Eis schleckende Menschen beobachten. Sommergenuss: 2 xTussi-Teller und frischer Silvaner von Wittmann für H. und mich. (Tussi-Teller nennt man bei uns die Insalata Caprese. Politisch korrekt ist das nur, wenn man selbst eine Tussi ist - also ich darf das.  ;-)  )
Beim Spaziergang nach Hause lauer Wind mit Duft von frischem Heu. Noch ein Schluck Grappa auf der Terrasse, die Sterne, Grillenzirpen - hach, war das schön!


Bevor wir uns in eine kleine Mühlviertler Sommerfrische zurück ziehen (früher pflegten die Bürger 3 Monate in die Sommerfrische zu gehen, bei uns müssen ein paar Tage reichen - irgendwas machen wir modernen Menschen falsch!), das schon länger versprochene Rezept für meine Variante der marokkanischen Gewürzmischung Raz el Hanout. Heute abend wird es mit frisch gemörsertem Raz el Hanout diesen Fenchelsalat mit Safran und Hühnerbrust geben. 


Zutaten für 1 Glas Raz el Hanout:
(hält ca. 6 Monate)


je 2 TL
Koriander
Nelken
schwarzer Kreuzkümmel

je 1 TL
Anissamen
Kubebenpfeffer
Ghanapfeffer (Paradieskörner)
schwarzer, indischer Pfeffer
Pimentkörner
ausgelöste Körner von hellem Kardamom



1 Stange Canehl-Zimt, etwas zerkleinert
1 Muskatnuss
3 mittelgrosse getrocknete rote Chilies, etwas zerkleinert


1 TL Ingwer getrocknet, gemahlen
2 TL Kurkuma
3 TL Rosenpaprika, süss







Zubereitung:

Alle Gewürzkörner, Nelken, Zimt, Chilies in Pfanne ohne Fett kurz mild rösten. Alle Körner und ganze Gewürze in Gewürzmühle (oder Mörser) mahlen, ungeröstetes Paprikapulver und Ingwerpulver dazu mischen. Kurkuma ganz leicht rösten und untermischen.

Safran, Rosen- oder Lavendelblüten gebe ich nicht in die Mischung, die geben mir eine zu spezifische Geschmacksrichtung vor. Bei Bedarf kommen Blütenaromen oder Safran extra in das Gericht.  





Küchentanz-Rezepte mit Raz el Hanout: 


Maurisches Lamm, Socca, Kardamomkarotten
Lamm sous vide, Marillenreis, Lavendelduft
Lammragout, Lammrücken, Quitte und Kichererbsen
Fenchel-Zitrus-Salat, Wildhuhn, Datteln
Fenchelsalat mit Safran und Hühnerbrust
Wildhuhnbrust, Tomatenreis und Salzzitronen



Walderdbeeren, Martina Gedeck und neue Features


Juni ist ein Feiertagsmonat mit vielen Einladungen von Freunden, kleinen Reisen und daher wenig Kocherei zuhause.
Aber wenn es Walderdbeeren gibt (dieses Jahr sehr reichlich, die mögen anscheinend Regen und Kälte), muss ich was daraus machen. Mit einer schnell gerührten Creme aus Rahmtopfen, Zitronenschale und Vanillezucker, einem Gelee aus Agar und passierten Gartenerdbeeren geschichtet und Kokossablets, die vom letzten Menü noch übrig waren.

Am letzten Montag kam ich in den grossen Genuss einer Lesung von Martina Gedeck aus Marlen Haushofers Roman "Die Wand". Der Film von Julian R. Pölser, mit Martina Gedeck in der Rolle der Frau, wurde in Gosau (Salzkammergut, Oberösterreich) gedreht und kommt demnächst in die Kinos. Ich werde berichten.

Ich habe (mit Isis Hilfe, vielen Dank!) das Layout ein bisschen verändert. Alle Rezepte und Themen des Küchentanz sind jetzt in der neuen Menüleiste ganz oben zu finden.

Grünspargel satt

Grünspargel, Schnittlauchkartoffeln, Butterbrösel, Parmesan, weiches Ei
Ähem, irgendwo hat doch jemand Ahnungsloser geschrieben, dass es zu viel Spargel gibt, war da nicht was?
Keine Ahnung, diese Leute! Nach drei Tagen deftigsten steirischem Buschenschank-Essen (man kann mit dem netten und fetten Wollschwein auch übertreiben!), brauchen wir Gemüse. Und das ist nun mal gerade Spargel, vor allem weil H. erstmals seit Jahrzehnten mit mir Spargel isst und das freiwillig und gerne!
Also gab es gestern abend Eferdinger Grünspargel "satt". Ich weiss gar nicht, ob ich diesen deutschen Ausdruck richtig verwende, aber er gefällt mir so gut. Er drückt genau aus, was dieses schnelle Abendessen bewirken sollte: wir waren auf angenehme und nicht allzu üppige Weise satt. Geschmeckt hat es nebenbei auch sehr gut.
Rezept braucht man für dieses Gericht keines:
viel, viel Grünspargel, ca. 7 min in Dampf gegart
junge Kartoffeln, gekocht, mit Schnittlauch, Salz, Pfeffer, Muskat grob zerstampft
Weissbrotbrösel in Butterschmalz und Haselnussöl gebräunt
sehr fein geriebenen Parmesan (oder alten Montasio, Bra oder Gruyere)
pro Person ein wachsweiches Ei
etwas grobes Salz
Wein:
neben viel Wollschwein haben wir im schönen Straden auch viel Wein konsumiert. Trotzdem mussten wir gestern gegen jeden Vorsatz eine Flasche 2009 Saar Riesling von Van Volxem verkosten, der gerade geliefert wurde. Der Jahrgang ist ein Wahnsinn, da freue ich mich schon auf weitere deutsche Rieslinge!
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