Frisches Mehl (hier ausnahmsweise mal nicht Bio) und gekühlte Biobutter machen den Geschmack aus
Zutaten für ca. 1 kg Blätterteig:
Teig:
400 g gesiebtes, glattes Mehl (Type 550/W700), am besten Bio
10-12 g Salz
160-170 ml Wasser, kalt
10 ml neutraler Essig
50 g Butter
Butterziegel:
450 g kalte Butter
100 g gesiebtes, glattes Mehl (Type 550/W700)
Zubehör (muss nicht alles vorhanden sein, erleichtert aber die Arbeit):
Küchenmaschine
Marmorplatte
Nudelwalker (Nudelholz)
Mehlbesen
Backtrennpapier
Klarsichtfolie
Teigspachtel
Butter mit Mehl verrührt
Butterziegel auf Backtrennpapier
Zubereitung:
Kühlschrank kalt stellen.
Butter und Mehl in einer Küchemaschine schnell zusammen kneten. Mit einer Spachtel zu einem Ziegel formen (ca. 20x13x3), in Backtrennpapier einpacken und min. 30 min kühlen.
Kaltes Wasser mit Salz und Essig vermischt
Seidig-elastisch soll der Teig sein
Salz und Essig mit Wasser mischen. Mehl, Butter und Flüssigkeit in der Küchenmaschine ca. 10 min zusammenkneten. Den Teig mit der Hand noch gut durchkneten, bis er seidig-elastisch ist. In Klarsichtfolie wickeln und min. 30 min kühlen. Da Mehl je nach Fabrikat unterschiedlich Wasser aufnimmt, ist die Menge des Wassers nur ungefähr angegeben. Der Teig soll die Konsistenz eines weichen, elastischen Strudelteiges haben und sich beim Ausrollen nicht zusammenziehen.
Abwarten und Tee trinken
Die heikelste Phase: das Einpacken der Butter
Das erste Paket: 1 Schicht Butter in der Mitte
Teig vierlappig doppelt so gross wie den Butterziegel ausrollen. Den Butterziegel in den Teig einschlagen, den Teig an den offenen Stellen gut "verreiben", daß der Ziegel gut eingeschlossen ist. Überschüssigen Teig entfernen und aufheben. In Folie packen und so lange kühlen, bis Teig und Butter gleich fest sind. Das ist in dieser Phase am wichtigsten. Das dauert so ca. 1 Stunde. Weiterverarbeitung: Teig vorsichtig zu einem Rechteck (Länge =2 x Breite) ausrollen. Die Butter darf nicht austreten. Sollte ein Leck entstehen, dieses mit Teig reparieren. Mehl vor dem Zusammenlegen immer mit Besen entfernen!
1. Tour: dreiteilig
3 Butterschichten
Jetzt geht die Tour de Force los:1. Tour: Einfache Tour (Teig zu Dritteln übereinanderschlagen, Ecken gut übereinander legen). In Folie wickeln, min. 30 min kühlen. (3 Butterschichten)
2. Tour: vierteilig
12 Butterschichten
2. Tour: Doppelte Tour: langes Rechteck ausrollen, die beiden Enden zur Mitte einschlagen (kleiner Abstand in der Mitte lassen), nochmals zusammenschlagen. In Folie packen, min. 30 min kühlen. (12 Butterschichten) Jetzt wird die doppelte Tour noch 3 Mal wiederholt, immer mit den Kühlzeiten zwischendurch. Lieber länger als zu kurz kühlen.
3. Tour: Doppelte Tour (48 Butterschichten)
4. Tour: Doppelte Tour (192 Butterschichten
5. Tour: Doppelte Tour (768 Butterschichten)
Noch eine doppelte Tour wären dann 3072 Butterschichten, dann wäre der Name Millefeuille auf jeden Fall angebracht! Es genügen aber insgesamt 5 Touren, um einen sehr feinblättrigen Teig zu erhalten.
Köchinnensekt zum Abschluss als Belohnung
Jetzt braucht man noch etwas Geduld und lässt den Teig über Nacht (oder mindestens 4 Stunden) eingepackt im Kühlschrank. Dann kann man ihn gleich verarbeiten und backen oder max. 1 cm dick auswalken, portionieren und einfrieren. Hält ca. 6 Monate.
Tips zur Verarbeitung:
Eingefrorenen Teig im Kühlschrank auftauen und noch sehr kühl ausrollen.
Herstellung von Tartelettes oder grossen Böden für Torten und Quiches:
1. Törtchenform/en mit dem Teig auskleiden und dann lange in den Kühlschrank (oder kurz in de TK).
2. Wenn der Teig dann wieder fest und gekühlt ist , ab ins auf 200 Grad vorgeheizte Rohr (Umluft). Ca. 15 min, bis der Teig hellbraun und nicht mehr glasig. ist, backen.
3. Entweder Fülle, die gebacken werden muss, einfüllen und bei passender Hitze fertigbacken. Oder bei kalt gefüllten Törtchen: die Förmchen nebeneinander stellen und bei 180 Grad fertigbacken, bis der Teig karamellbraun ist. Blätterteig muß gut durchbacken, bis das Fett karamellisiert. Bei selbstgemachtem Blätterteig mit guter Butter gibt das einen unvergleichlichen Nußgeschmack. Nicht durchgebackener und aufgeweichter Blätterteig (vor allen der gekaufte, der mit Ziehfett, oft sogar Transfetten hergestellt wird) schmeckt gar nicht gut.
Flache Millefeuille-Blätter oder ganz dünnwandige Törtchen:
Dafür sollte man Blätterteig kurz durchkneten und wieder auswalken oder Teigreste verkneten und verwenden. Dann geht er nicht so auf. Für dünnwandige Törtchen kannn man 3-4 mit Teig ausgekleidete Förmchen ineinander stapeln (Backpapier dazwischen), in die obere Form kommen dann Blindbackbohnen auf Backpapier. Für Millefeuille legt man die dünnen Platten oder Kreise auf Backpapier. Schritte 1. und 2. wie oben, dann:
3. Halbgebackene Teigplatten, -kreise mit Backpapier bedecken, mit einem schweren Backblech beschweren und mit 180 Grad fertigbacken. Für Törtchen die Formen vorsichtig auseinander nehmen und entweder gefüllt oder ungefüllt fertigbacken.